07.03.17 Im hohen Norden

Schweren Herzens habe ich spontan die ITB in Berlin abgesagt. Bin also nur mit nach Hamburg zu einem Meeting und habe dann den Rest der Geschäftsführung alleine nach Berlin ziehen lassen. Das ist mir schon echt schwer gefallen, aber auch das gehört zu meinem Programm wieder mehr Lebensqualität zu bekommen.

Hatte dann noch einen wunderschönen Abend in Hamburg mit meiner Tochter.

Lisi, dass müssen wir öfter machen!

17.10.16 Klinik Alltag

Ich muss jetzt hier erst mal die Patienten loswerden!

Da fühlt man sich doch gleich wieder gut aufgehoben.

img_0232Willkommen zurück in der Strahlenklinik in Marburg. Die erste Nachuntersuchung steht an. Bin gespannt!

Sicher, dass fünf Ärzte am Montag morgen mit ’nem gelben Schein wedeln ist bestimmt für das restliche Personal in der Strahlenklinik nicht angenehm.

Und natürlich bin ich auch nach der ersten 3/4 Stunde Warten darauf hingewiesen worden, dass es heute mal wieder länger dauert (hab ich mir eigentlich auch genauso vorgestellt). Trotzdem hinterlässt es schon im Flur vor dem Arztzimmer ein ungutes Gefühl wenn du den Arzt an einer Tour von A nach B hetzen siehst und den oben genannten Satz von ihm aufschnappst. „17.10.16 Klinik Alltag“ weiterlesen

28.08.16 Willkommen zurück!

Die erste „richtige“ Arbeitswoche liegt hinter mir. Was ein schönes Gefühl wieder in die Normalität zu gleiten.

Meinen Plan mit 20 Stunden zu beginnen konnte ich echt gut umsetzen und ich hatte nicht das Gefühl mich zu überfordern.

Mir geht es einfach gut.

Wenn ihr mal wissen wollt wie man mit schlechter Laune umgehen sollte empfehle ich euch Vera F. Birkenbihl. Diese Frau ist der Hammer.  Eine Vorlesung von ihr hätte ich gerne mal live erlebt. Leider ist sie bereits 2011 verstorben. Von ihr kann man wirklich den Umgang mit dem Leben lernen. Jetzt laufe ich noch viel öfters lächelnd durchs Leben.

Was habt ihr eigentlich gestern bei der Hitzeschlacht so gemacht? Wir haben uns spontan für das Wurfzelt im Garten entschieden und die Nacht unter freiem Himmel verbracht.

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Abenteuer Zelten im eigenen Garten😅. Man ist nie zu alt um nicht noch Kind sein zu können.

 

 

09.08.16 Der Plan ist gemacht

Wieso ihr so lange nichts von mir gehört habt?

Ganz einfach, Ich habe zu tun.

  • Tochter umziehen, das Küken ist also jetzt aus dem Haus (ein bisschen mulmig ist mir schon ob ich sie nicht doch dazu gedrängt habe),
  • internationalen Tag des Bieres mit Ausschank des eigenen Bieres begehen,
  • Eigentumswohnung in Marburg kaufen (ihr merkt ich gebe meinem ungebeten Mitbewohner keinerlei Macht über meine Zukunft)
  • und natürlich…

… den ultimativen Plan entwickeln.

Ich kann es nicht mehr erwarten, will auch nicht mehr geduldig sein, einfach wieder in den Alltag eintauchen.

Es stehen noch 5 Bestrahlungstermine an. Bin jetzt mittlerweile beim e-boost, hier wird jetzt nur noch die Tumorhöhle ganz gezielt mit Ionen bestrahlt, und nächsten Mittwoch ist Schluss.

Ab Montag, den 22.08. will ich dann wieder in Marburg bei Velociped meine Zelte aufschlagen, ganz entspannt mit 20 Stunden starten und langsam steigern. Das wird noch mal eine Aufgabe für das Arbeitstier, mich da zu zügeln.

Klar könnte ich jetzt auch eine dreiwöchige Reha beginnen, aber wie sagte letzte Woche eine Schwester in der Uniklinik Marburg zu mir: „Sie sind doch niemand der in einer Therapiegruppe seinen Namen tanzen will“. Sie hatte mich nach fünf Minuten bereits voll durchschaut, und meine schon fest stehende Entscheidung noch einmal untermauert.

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Das eigene Bier mit den ersten Etiketten zum Ausschank bereit

P.S. Bei der Bank in den Gesprächen zur Finanzierung der ETW hab ich übrigens dann doch nicht die Traute gehabt meinen Brustkrebs zu erwähnen. Feigling, der ich bin 😁

01.08.16 Krebs-Exil

Krebs-Exil. Dieses Wort beschreibt wohl am allerbesten wie ich mich mittlerweile fühle.

Heute morgen hatte ich ein Erlebnis um das mich bestimmt einige beneiden (vielleicht aber auch denken wie weit einen der Krebs doch bringt).

Auf dem Nachhauseweg von der Bestrahlung (heute war mal wieder so ein Tag: „an dem Bestrahlungsgerät mit den blauen Karten kommt es heute zu längeren Wartezeiten“, und ratet mal welche Farbe meine Karte hat) kam mir doch unser Velociped Bus mit meinen Chefs entgegen. Ich sofort gedreht und hinterher bis auf den Firmenhof. Mein Gott habe ich mich gefreut meine Chefs wieder zu sehen. Ganze fünf Wochen sind das jetzt her, dass ich Titan und Claude das letzte Mal gesehen habe. Die Freude war auf beiden Seiten riesengroß.image

Da wurde mir so richtig bewusst, wir sehr mir mein „altes“ Leben fehlt. Trotzdem werde ich immer introvertierter. Habe kaum noch Lust raus und unter Leute zu gehen.

Es wird Zeit für den nächsten Schritt, kann ihn kaum noch erwarten, will endlich die Wiedergeburt der Normalität erleben.

12, 11 morgen nur noch 10…

…Bestrahlungstermine, dann beginnt auch diese Herausforderung.

21.07.16 Bergfest

Jippie,

18 Bestrahlungen liegen hinter mir. Die Hälfte ist geschafft. Jetzt wird der Countdown runter gezählt.image

Meine Vormittage ähneln im Moment doch sehr dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Ich habe sogar schon einen festen Parkplatz den ich jeden Morgen pünktlich um kurz nach acht Uhr an der Uniklinik in Marburg belege (hat durchaus den Charme des deutschen Sonnenliegen-Handtuchs auf Malle).

Was ich bis heute noch nicht verschmerzt habe. Im Wartebereich in der Strahlenklinik gibt es keine Funkverbindung, ergo kein Internet, keine sozialen Medien, keine Pokémons zum einfangen , einfach rein gar nix. STÖHN. Und die besitzen doch die Frechheit dort zwei Jahre! alte Zeitungen zum Lesen anzubieten.

Gestern gab’s übrigens ein Käseküchlein für die Lieblings-Kollegen. Weiß doch was für Schleckermäuler bei Velociped arbeiten 😉

05.07.16 Die Luft ist raus

Puh, kann das Leben anstrengend sein…

Seit letzter Woche düse ich also jetzt jeden Morgen um kurz nach 7 Uhr nach Marburg (nicht das ich das in meinem „früheren Leben“ nicht auch immer getan hätte) und lass‘ mich bestrahlen.

Wenn ich dann gut zwei Stunden später wieder zuhause bin, geht erst mal gar nix. Ab ins Bett und noch mal ’ne Runde ausruhen ist dann angesagt.

Radeln 🚴 geht schon wieder gemächlich aber stetig. Heute das erste Mal die 30 km geknackt. Die Outdoor-Bewegung ist ja schließlich ärztlich verordnet, die lass‘ ich auf keinen Fall schleifen.

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So schön war’s heut am Wegesrand. Da fehlt der Sommer (fast) gar nicht.

Was ich gerade nicht mehr schaffe?

Jeden Tag zu arbeiten. Habe jetzt beschlossen, arbeitsmäßig wirklich etwas kürzer zu treten und nur an drei Wochentagen im Home-Office zu sitzen. Mal sehen ob es mir gelingt.

29.06.16 Zielscheibe

So, die nächsten sieben Wochen sind dann auch mal geplant und echt eng getaktet.

Ab jetzt wird jeder Tag um die Bestrahlung an der Uniklinik in Marburg geplant. 5 Tage die Woche über 7 Wochen. Insgesamt 36 Bestrahlungstermine liegen vor mir…

Außerdem will ich den Rat der Ärztin in der Strahlenklinik ernst nehmen und mich jeden Tag mindestens 40 min. in der freien Natur bewegen.

Durch die Bestrahlung fällt die Sauerstoffsättigung im Blut ab. Viel Bewegung verbunden mit genügend Flüssigkeit soll den Sauerstoffversorgung wieder erhöhen und dem Erschöpfungssyndrom Fatique entgegen wirken.

Ab Donnerstag heißt es früh aus den Federn. Jeden Morgen um 8.10 Uhr habe ich in der Strahlenklinik in Marburg auf der Matte zu stehen.😵 Schade, dass ich dann morgens so früh im Büro bin, dass noch keiner der Kollegen da ist. Da wird mir echt was fehlen. Aber vielleicht auch besser so, ich darf nämlich 7 Wochen kein Deo benutzen.😖

Vorbereitung für die Bestrahlung
Zielmarkierungen für die Bestrahlung

 

 

13.06.16 Ein ganz besonderer Tag

Stell dir vor du feierst Geburtstag und gehst nicht hin.

8:00 Uhr: Mann, was ein Wetter heute. Der Himmel zeigt sich dunkelgrau und so sieht es morgens auch bei mir im Gemüt aus.

Was ein Glück, dass es die fleißige Claudia von Velociped gibt, die mich den ganzen Vormittag mit Arbeit gut eindeckt. Hinter diesem Schutzwall verstecke ich mich dann auch erst mal vor telefonischen Glückwünschen.

14:00 Uhr: Wetter und Gemüt haben sich beruhigt. O.k., dass Wetter gibt noch nicht ganz Ruhe und bäumt sich bis 15.40 Uhr noch mal so richtig auf, aber die Planungen für heute Abend laufen.

18:00 Uhr: Was soll ich sagen? Am Himmel und in meinem Herzen strahlt die Sonne. Die ersten Gäste trudeln ein.

00:30 Uhr: Feierabend. Im Bett höre ich noch die fleißigen Heinzelmännchen im Wohnzimmer (Danke Anna  Lisa, Tom Felix und Kim Melissa)

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Ihr alle habt diesen Tag zu einem tollen Tag gemacht
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The day after…