18.06.16 Platzregen

Hallo Petrus,

Patschnass bis auf die Unnerbux
Patschnass bis auf die Unnerbux

hab‘ doch verstanden, dass die nächsten Wochen kein Zuckerschlecken werden. Musst du mir dann bei meiner ersten Sporteinheit gleich ein Gewitter mit Starkregen schicken?

Das Gewitter kam wie der Krebs in mein Leben, ohne Vorwarnung und mit voller Wucht.

Den Spaß hat mir das Gewitter aber nicht am Walken genommen. Das tut so gut sich wieder zu bewegen, wenn auch um einiges gemütlicher wie noch vor fünf Wochen. „18.06.16 Platzregen“ weiterlesen

01.06.16 geschnürt und nicht gewickelt

Guten Morgen liebe Welt
Guten Morgen liebe Welt

Vergessen haben sie mich also gestern doch nicht. Um13.15 Uhr ging es ab durch die OP-Schleuse und dann ging es recht schnell. Narkose hab‘ ich viel besser vertragen wie letztes Mal und so war ich noch vor Matthias auf meinem Zimmer. Diesen Wettlauf hab ich also gewonnen.

Leider hat die Brust nachgeblutet und meine Lieblingsärztin Frau Dr. Köcker-Korus hat mich mal ganz „locker“ verschnürt damit sich das Blut rausdrückt. Aber vorher musste ich doch tatsächlich Dr. Chaos wieder aus meinem Zimmer werfen.

Wer auf Bondage steht hätte wahrscheinlich Spaß daran. Ich bin nur froh das meine Lungen das Atmen noch schaffen.

Habe aber um Mitternacht gedopt und konnte in Etappen gut schlafen.

Schaun wir mal wie’s weitergeht heute.

 

31.05.16 Es geht wieder los!

Morgens 6.00 Uhr. Im Feld ist die Welt noch in Ordnung.

Jetzt um 7.00 Uhr fängt das Warten wieder an. Bin auf Aufnahmestation 2b angekommen. Und warte…

Die OP ist eigentlich erst für 13.00 Uhr geplant. Keine Ahnung was ich hier so früh  schon soll. Bin bockig. Werde das OP Hemd jetzt noch nicht anziehen.

Ja ich geb’s zu. Ich hab‘ heut keine Lust auf den Mist. Keine Lust auf Konversation mit Mitpatienten  und Aufwachstation wo alles um einen rum stöhnt (wahrscheinlich stöhn ich selber, krieg’s nur net mit😜).

Zu allem Überfluss habe ich gestern an der Arbeit gemerkt, dass das Abgrenzen von Aufgaben extrem schwer ist. Letztendlich bin ich fast aus dem Büro geflüchtet weil ich echt überfordert war mit der Situation. Da muss ich noch an mancher Stellschraube drehen 🔩.

 

 

29.05.16 laaangweilig…

Jetzt ist es also passiert.

Die Langeweile hat mich mit voller Breitseite erfasst.

Will mich endlich wieder bewegen, auspowern, dumme Sachen machen.

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10 Tage nach der OP

Aber es geht noch nix. Meine Wunden sind noch nicht verheilt und melden sich tags wie nachts doch immer noch zu Wort. Heute war ich wenigstens so mutig und habe alle Pflaster entfernt.

 

 

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Quell des Lebens

Mein sehnsüchtiger Blick geht ins Sportzimmer. Wenigstens ein wenig wohl dosierten Sport dort hätte ich mir vor der ersten OP zum jetzigen Zeitpunkt vorstellen können.

 

Und dann verlängert sich die Ruhepause durch die zweite OP am Dienstag noch mal.

Ach, was beschwer ich mich eigentlich. War doch klasse der Gang mit dem Staubsauger heut durch’s ganze Haus 😉

Heut‘ Abend wird Zerstreuung im Kino Grünberg gesucht. Wir lassen uns mal Schrotten.

 

 

25.05.16 Der Kampf geht weiter

Da lag ich doch schon mit Yuko vorne, da zieht mein gegnerischer Mitbewohner mit Waza-ari an mir vorbei.

War gerade auf dem Weg zur Arbeit heute morgen als das Telefon klingelt.

Vorwahl 06404: es wird doch nicht das Krankenhaus sein?

Doch es war’s.

Die erste Hoffnung Fr. Dr. Köcker-Korus bedankt sich nur für meinen Trans-Alp Tipp bestätigt sich nicht. (War wohl auch ein naiver Gedanke, oder was denkt ihr?)

Der Pathologe hat festgestellt, dass um den entfernten Tumor zu wenig gesundes Gewebe ist.

Das heißt auf deutsch „ich muss noch mal unter’s Messer“.

Nee, das hätte nicht wirklich sein müssen, ist dann aber halt so. Nächsten Dienstag rück ich wieder ein.

Wie entspannend war dann der Nachmittag an der Arbeit. Einfach nicht nachdenken nur „Schaffen“.

Auf den Schreck gibt's heut Abend feinsten Hopfentrank
Auf den Schreck gibt’s heut Abend feinsten Hopfentrank

 

 

20.05.16 Wenn schon, denn schon

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Daumen hoch. Das wird!

Wenn man etwas macht dann richtig, oder?

Es sind beide Brüste operiert worden. Rechts war ja der Tumor klar diagnostiziert. Dort sind auch die Wächterlymphknoten mittels Geigerzähler ausfindig gemacht und entfernt worden. Bei der linken Brust wurde ein verdächtiger Befund gestern noch markiert und dann in der OP ebenfalls entfernt.

Das ist dann doch wohl eher selten so zumindest die Reaktion der Krankenschwestern.

Es ist schon immer etwas merkwürdig wenn man von Mitpatienten gefragt wird weswegen man hier ist. Die Diagnose Brustkrebs lässt dann viele erst mal verstummen. Möchte aber ehrlich sein und kein Drama daraus machen.

Geschäftstüchtig wie man nun mal ist hat Fr. Dr. Köcker-Korus heute morgen gleich eine Velociped Radreise offeriert bekommen. Und noch Tipps für eine gute Vorbereitung auf eine Trans Alp mit dazu. Wir würden bestimmt auch gut zusammen radeln gehen können.

 

19.05.16 Geduldsprobe

Ein langer Tag liegt hinter mir.

Um 5.30 Uhr letzter Merlin Spaziergang. Dann ab nach Lich. Hier müsste sich Matthias direkt verabschieden.

Leider ging der Zeitplan total daneben. Geplant war, dass ich als 2. in den OP komme und um 13 Uhr schon auf Station bin.

Tatsächlich wartete ich um 13 Uhr immer noch darauf in den OP zu kommen. Das Warten hat sehr geschlaucht.

Entsprechend ging es mir dann auch als ich um 17.00 Uhr endlich auf Station war.

Grosser Haken an den Tag und weiter geht’s…

Ich packe meine Koffer, und nehme mit…

…die CRAFT, die BERGWELTEN und einen Velociped Katalog für meine Ärztin Frau Dr. Köcker-Korus die gerne Radreisen unternimmt.

Ach ja, und die Sonnenbrille für die Sonnenterrasse in meiner *****Sterne Herberge ist natürlich auch dabei. Und ein Corny, für den Hunger zwischendurch.

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Alles dabei für den Kurzurlaub

Es geht also endlich los mit der Räumungsklage. Und ich bin sicher, ich werde den Prozess gewinnen (Habe ja als Gerichtsschöffin genügend Erfahrung mit solchen Verbrechern 😉

 

 

11.05.2016 Die Würfel sind gefallen

Wieso bin ich eigentlich immer so aufgeregt, wenn es wieder mal in Richtung Krankenhaus geht. Heute musste die „Lieblings-Kolleschin“ dran glauben, der ich um 3.30 Uhr eine E-Mail geschrieben habe, weil mir beim Herumwälzen im Bett noch was gaaaanz dringendes eingefallen ist.

Um 8.30 Uhr hatten wir aufgrund guter Judo-Kontakte (vielen Dank an Christian und Hristos) noch einen Termin im Brustkrebszentrum Marburg. Ohne VitaminB hätten wir erst  in zwei Wochen dort einen Termin bekommen.

Die Ärztin, deren Sohn auch schon in Grünberg beim Sommerjudocamp mit mir auf der Judomatte stand,  hat den Befund und die vorgeschlagene Behandlung von Fr. Köcker-Korus in Lich vollkommen bestätigt.

Das gab mir die notwendige Sicherheit um mich für die OP in der Asklepios Klinik in Lich bei der „Felsenkletterin“ am 19.05. zu entscheiden.

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