Rückblick April 2018: Ich will nicht mehr

Es ging…

… es ging irgendwie, aber es ging nicht gut.

Nach der Entfernung meiner Eierstöcke kurz vor Weihnachten 2017 kam ich einfach nicht mehr auf die Beine.

Ich habe das wohl gemerkt und versucht mir bei Hausärztin, Frauenärztin und Psychoonkologin Hilfe zu holen. Verstanden hat mich niemand. Selbst als ich äußerte das ich Suizid Gedanken habe wurde das abgetan. Ein Suizidversuch der vielleicht hätte verhindert werden können, wenn man mir frühzeitig geholfen hätte. So aber war die Verzweiflung über den einfach nicht mehr zu bewältigenden Alltag zu groß für mich.

Noch heute bin ich bestürzt wie wenig sich Ärzte mit der Erkrankung Fatique auskennen und beschäftigen. Ich hätte gerne auf so eine Grenzerfahrung verzichtet.

Das ist doch eigentlich ein Irrsinn. Da wird man von der vermeintlich tödlichen Erkrankung Krebs befreit und ist dann bereit freiwillig auf das Leben zu verzichten. Und das, weil sich keiner meiner behandelnden Ärzte mit den Neben- und Nachwirkungen einer Krebstherapie auseinander gesetzt hat. Hier läuft in der Krebs Nachsorge definitiv etwas falsch.

01.03.2017 Tief im Tal

IMG_3148Wow, fast zwei Monate hab ich jetzt mal so richtig in ’nem echt tiefen Loch gesteckt. Habe gar keine Worte gefunden das hier auszudrücken.

Ich war schon fast am Aufgeben mit der Antihormontherapie. Das Tamoxifen hat mich körperlich und seelisch immer mehr zermürbt.

Den ersten Rettungsanker habe ich mit einem Reha-Antrag geworfen. Habe mich dazu entschlossen, weil ich einfach nichts unversucht lassen will mit den Nach- und Nebenwirkungen der Therapien umgehen zu lernen. Jetzt ist abwarten angesagt was die Rentenversicherung dazu sagt.

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17.02.17 Nachsorge Vol. 2

Viele 🦀ies gehen immer mit einem sehr mulmigen Gefühl zur Nachsorge. Das bleibt mir zum Glück erspart. Bis jetzt denke ich noch: „falls wieder ein Befund da sein sollte, dann geht es halt in die nächste Runde, hab‘ ja jetzt Übung“. Hoffentlich bewahre ich mir diese Einstellung noch ein Weilchen.

Meine Gyn hat noch eine Chance bekommen. Nach der für mich doch sehr ernüchternden 1. Nachsorge kam ich diesmal gut vorbereitet in die Praxis. Das hat meine Ärztin auch ganz deutlich an meinem vollgeschriebenen DIN a 4 Papier 📝 gemerkt. So konnten viele Fragen geklärt werden und sie hat mich sogar später noch einmal angerufen um Sachen abzuklären.

Bei der eine Woche später durchgeführten Mammographie (Brustquetsche wie ich sie gerne liebevoll bezeichne) und dem Ultraschall war dann auch alles bestens. So kann’s gerne weitergehen.

25.11.16 Nachsorge – what the f…

So, also jetzt die erste offizielle Nachsorge bei meiner Frauenärztin, nachdem ich im September ja noch abgebügelt wurde: „Für Nachsorge ist es noch viel zu früh, wer hat ihnen den Termin überhaupt gegeben?“

Was soll ich sagen? Finde eigentlich gar keine richtigen Worte für das Geschehene.

Aufruf. Ab ins Untersuchungszimmer. Abtasten der Brust (in jeder Patienteninfo steht, dass dies kurz vor der Menstruation wenig Sinn macht) und erst nach mehrmaligem Klagen über meine Nebenwirkungen des Tamoxifen bekomme ich ein Infoblatt eines Pharmakonzerns In die Hand gedrückt: „Das können sie mal ausprobieren, soll wirken müssen sie aber selbst zahlen!“

Das war’s!

Die Zeit hätte ich mir echt sparen können. Keine Untersuchung auf mögliche Wucherungen in der Gebärmutter, kein Gespräch in ruhiger Atmosphäre wie es mir jetzt überhaupt so geht. Zu guter letzt wurde mein Rezept für Tamoxifen auch noch vergessen. Ich bin richtig wütend 😡 dass man eine Patientin so behandelt. Sicher, mich hat die Krebserkrankung psychisch nicht so sehr belastet, aber dennoch erwartet man, dass man ernst genommen wird. Vielleicht ist die Zeit reif den Arzt zu wechseln.

 

17.10.16 Klinik Alltag

Ich muss jetzt hier erst mal die Patienten loswerden!

Da fühlt man sich doch gleich wieder gut aufgehoben.

img_0232Willkommen zurück in der Strahlenklinik in Marburg. Die erste Nachuntersuchung steht an. Bin gespannt!

Sicher, dass fünf Ärzte am Montag morgen mit ’nem gelben Schein wedeln ist bestimmt für das restliche Personal in der Strahlenklinik nicht angenehm.

Und natürlich bin ich auch nach der ersten 3/4 Stunde Warten darauf hingewiesen worden, dass es heute mal wieder länger dauert (hab ich mir eigentlich auch genauso vorgestellt). Trotzdem hinterlässt es schon im Flur vor dem Arztzimmer ein ungutes Gefühl wenn du den Arzt an einer Tour von A nach B hetzen siehst und den oben genannten Satz von ihm aufschnappst. „17.10.16 Klinik Alltag“ weiterlesen