03.07.2016 Tamoxifen II

Jetzt schmeiß ich also seit 10 Tagen Tamoxifen ein.

Letzte Woche habe ich mich erst über meine Gliederschmerzen gewundert, und die Woche hat mich auch kräftemäßig echt mitgenommen. Da kam mir doch zufällig der Beipackzettel vom Tamoxifen wieder in die Hände :

Mögliche Nebenwirkungen:

häufig (1 – 10 Patienten von 100):  Muskelschmerzen

sehr häufig (mehr als 1 Patient von 10): Erschöpfung

Gegen die Gliederschmerzen bin ich dann geradelt und gelaufen. Besser wurden sie dadurch nicht, aber auch nicht schlechter. Nur ich habe mich damit dann etwas besser gefühlt.

Jetzt sind die Schmerzen aber schon sehr erträglich geworden, und ich glaube fest daran, dass die Muskelschmerzen noch ganz verschwinden werden.

Meine letzten Bedenken die ich immer noch hatte zu Tomaxifen, wurden mir letzten Freitag in einem vorbildlichen Aufklärungsgespräch im Krankenhaus in Lich genommen.

Eine junge Ärztin hat sich trotz allem Stress der an diesem Tag in der Brustsprechstunde herrschte, alle Zeit der Welt genommen um mit mir das Für und Wider zu Tomaxifen zu erörtern.

Nach diesem Gespräch habe ich erst verstanden, was es heißt als Brustkrebspatientin ernst genommen und als mündiger Patient behandelt zu werden. Meine Meinung und Bedenken zu der Antihormontherapie (AHT)  wurden von der Ärztin überhaupt nicht in Frage gestellt, sondern sie hat mir noch einmal ganz anschaulich die Wirkungsweise und die Vorteile der AHT erklärt.

Bravo Brustzentrum Lich. Macht weiter so!

Das mich dieses Gespräch nach einem schon mehrstündigen zermürbenden Martyrium bei Bestrahlung, Frauenärztin und Krankenhaus Lich doch wieder so positiv gestimmt hat, spricht für die Ärztin.

Vielen Dank

 

27.06.16 Tamoxifen

Eine Entscheidung aus Burgberg:image

Seit Freitag nehme ich tatsächlich Tamoxifen, nachdem meine Frauenärztin am Mittwoch versichert hat, dass viele Frauen die (nicht wirklich harmlosen) Nebenwirkungen gar nicht haben. Sie hat mir Mut gemacht, es auszuprobieren. Absetzen kann man das Medikament immer. Ich bin gespannt, wie das bei mir so laufen wird.

Habe die Heilpraktikerin, die auf meine Frage zu Tomaxifen Folgendes geantwortet hat, gleich wieder aus meinen Kontakten  verbannt:

Tamoxifen ist ein Teufelszeug mit vielen Nebenwirkungen und noch unbekannten Spätfolgen! Hast du schon mal über eine Entfernung der Eierstöcke nachgedacht?

Eierstöcke entfernen lassen mit 50? Kurz vor den Wechseljahren, nachdem die Eierstöcke dann eh kein Östrogen mehr produzieren mit der Alternative noch stärkere Medikamente nehmen zu müssen? Nein, danke.

Es gibt aber einen DNA Test der nachweisen soll ob das Tamoxifen bei einem überhaupt anspricht. Bei bis zu 7% der Frauen ist das wohl nicht so. Dieser Test wird aber nicht von der Krankenkasse bezahlt. Darauf werde ich am Freitag noch mal Frau Dr. Köcker-Korus im Krankenhaus in Lich ansprechen.

 

02.06.16 Entlassung

Worte sind nur Hülsen, lieber Georgi.

Das bestätigt auch wieder das Wort Entlassung.

Für den Einen mag dieses Wort ein Schicksalsschlag bedeuten, für mich bedeutet es heute Freiheit.

Manchmal kann ich sie immer noch nicht glauben, die Diagnose Brustkrebs. Abgesehen von leichten OP Schmerzen geht es mir doch so gut. Da fehlt einfach noch mein Verständnis für die weiteren Behandlungsschritte.

Ich will endlich wieder auf den Berg,

schreit es innerlich in mir.

Und ich werde heute auch gleich wieder klein anfangen und freue mich auf den Hundespaziergang heute Mittag.

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Ein wenig müde noch der alte Herr

01.06.16 geschnürt und nicht gewickelt

Guten Morgen liebe Welt
Guten Morgen liebe Welt

Vergessen haben sie mich also gestern doch nicht. Um13.15 Uhr ging es ab durch die OP-Schleuse und dann ging es recht schnell. Narkose hab‘ ich viel besser vertragen wie letztes Mal und so war ich noch vor Matthias auf meinem Zimmer. Diesen Wettlauf hab ich also gewonnen.

Leider hat die Brust nachgeblutet und meine Lieblingsärztin Frau Dr. Köcker-Korus hat mich mal ganz „locker“ verschnürt damit sich das Blut rausdrückt. Aber vorher musste ich doch tatsächlich Dr. Chaos wieder aus meinem Zimmer werfen.

Wer auf Bondage steht hätte wahrscheinlich Spaß daran. Ich bin nur froh das meine Lungen das Atmen noch schaffen.

Habe aber um Mitternacht gedopt und konnte in Etappen gut schlafen.

Schaun wir mal wie’s weitergeht heute.

 

31.05.16 Es geht wieder los!

Morgens 6.00 Uhr. Im Feld ist die Welt noch in Ordnung.

Jetzt um 7.00 Uhr fängt das Warten wieder an. Bin auf Aufnahmestation 2b angekommen. Und warte…

Die OP ist eigentlich erst für 13.00 Uhr geplant. Keine Ahnung was ich hier so früh  schon soll. Bin bockig. Werde das OP Hemd jetzt noch nicht anziehen.

Ja ich geb’s zu. Ich hab‘ heut keine Lust auf den Mist. Keine Lust auf Konversation mit Mitpatienten  und Aufwachstation wo alles um einen rum stöhnt (wahrscheinlich stöhn ich selber, krieg’s nur net mit😜).

Zu allem Überfluss habe ich gestern an der Arbeit gemerkt, dass das Abgrenzen von Aufgaben extrem schwer ist. Letztendlich bin ich fast aus dem Büro geflüchtet weil ich echt überfordert war mit der Situation. Da muss ich noch an mancher Stellschraube drehen 🔩.

 

 

25.05.16 Der Kampf geht weiter

Da lag ich doch schon mit Yuko vorne, da zieht mein gegnerischer Mitbewohner mit Waza-ari an mir vorbei.

War gerade auf dem Weg zur Arbeit heute morgen als das Telefon klingelt.

Vorwahl 06404: es wird doch nicht das Krankenhaus sein?

Doch es war’s.

Die erste Hoffnung Fr. Dr. Köcker-Korus bedankt sich nur für meinen Trans-Alp Tipp bestätigt sich nicht. (War wohl auch ein naiver Gedanke, oder was denkt ihr?)

Der Pathologe hat festgestellt, dass um den entfernten Tumor zu wenig gesundes Gewebe ist.

Das heißt auf deutsch „ich muss noch mal unter’s Messer“.

Nee, das hätte nicht wirklich sein müssen, ist dann aber halt so. Nächsten Dienstag rück ich wieder ein.

Wie entspannend war dann der Nachmittag an der Arbeit. Einfach nicht nachdenken nur „Schaffen“.

Auf den Schreck gibt's heut Abend feinsten Hopfentrank
Auf den Schreck gibt’s heut Abend feinsten Hopfentrank

 

 

21.05.16 Auf Wiedersehen

Eigentlich hätte ich lieber „und Tschüss“ sagen wollen.

Aber ich werde das Krankenhaus in Lich ja auf jeden Fall wieder sehen.

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Der Blick heute morgen aus meiner *****Herberge

Die zweite Drainage ist heute also dann auch gezogen worden. Alle OP Wunden sehen im Ultraschall sehr gut aus, und so durfte ich dann heute wieder nach Hause gehen.

Nicht ohne IHN wieder zu sehen:

DR. CHAOS

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20.05.16 Wenn schon, denn schon

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Daumen hoch. Das wird!

Wenn man etwas macht dann richtig, oder?

Es sind beide Brüste operiert worden. Rechts war ja der Tumor klar diagnostiziert. Dort sind auch die Wächterlymphknoten mittels Geigerzähler ausfindig gemacht und entfernt worden. Bei der linken Brust wurde ein verdächtiger Befund gestern noch markiert und dann in der OP ebenfalls entfernt.

Das ist dann doch wohl eher selten so zumindest die Reaktion der Krankenschwestern.

Es ist schon immer etwas merkwürdig wenn man von Mitpatienten gefragt wird weswegen man hier ist. Die Diagnose Brustkrebs lässt dann viele erst mal verstummen. Möchte aber ehrlich sein und kein Drama daraus machen.

Geschäftstüchtig wie man nun mal ist hat Fr. Dr. Köcker-Korus heute morgen gleich eine Velociped Radreise offeriert bekommen. Und noch Tipps für eine gute Vorbereitung auf eine Trans Alp mit dazu. Wir würden bestimmt auch gut zusammen radeln gehen können.

 

19.05.16 Geduldsprobe

Ein langer Tag liegt hinter mir.

Um 5.30 Uhr letzter Merlin Spaziergang. Dann ab nach Lich. Hier müsste sich Matthias direkt verabschieden.

Leider ging der Zeitplan total daneben. Geplant war, dass ich als 2. in den OP komme und um 13 Uhr schon auf Station bin.

Tatsächlich wartete ich um 13 Uhr immer noch darauf in den OP zu kommen. Das Warten hat sehr geschlaucht.

Entsprechend ging es mir dann auch als ich um 17.00 Uhr endlich auf Station war.

Grosser Haken an den Tag und weiter geht’s…