08.09.2020 Traurig aber wahr…

Irgendwie hatte ich es mir ja schon so gedacht.

Und mich auch deshalb seit der Abfuhr bei der sehr fachkompetenten Gynäkologin Anfang August noch nicht ans Telefon getraut um bei einem anderen Gynäkologen einen Termin zu machen.

Gestern also allen Mut zusammen genommen. Gefühlt stundenlang in Telefonwarteschleifen verbracht mit der Ansage: Es tut uns leid, wir können ihren Anruf zurzeit nicht entgegen nehmen, bitte rufen sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal an. Da schwante mir schon nichts Gutes.

Nach zwei Stunden! Anrufversuchen bei diversen Frauenarztpraxen habe ich dann angefangen E-Mails zu schrieben. Nach den ersten zwei Antworten habe ich auch das sein gelassen:

Ich bin danach in ein tiefes Loch gefallen. Ist es wirklich unmöglich als Krebspatientin irgendwo in der Nachsorge betreut zu werden? Gibt es vielleicht einfach zu wenig kompetente Ärzte auf die sich einfach zu viele (Kassen)Patienten konzentrieren.

Mich hat der Mut auf jeden Fall erstmal verlassen. Ich überlege die Anti-Hormon-Therapie entweder zu beenden wenn mein Tablettenvorrat zur Neige geht oder zu versuchen ein Rezept über meine Hausärztin zu bekommen. Abtasten kann ich mich selber und wie das mit einer Überweisung zur Mammographie laufen wird, darüber mache ich mir dann auch nochmal Gedanken. In der Zwischenzeit hoffe ich einfach, dass keine akuten Beschwerden kommen, denn dann wäre ich echt in den POPO gekniffen.

03.08.2020 Zurück in die Pubertät

Kennt ihr noch das Gefühl wenn in der Pubertät ein überreifer Pickel geplatzt ist…🥴

Genau so hat es sich heute angefühlt als ich das Sprechzimmer meiner Frauenärztin mit den Worten: “ Liebe Frau Dr. Hiel…, wir brechen das hier jetzt ab, so kommen wir nicht zusammen!“ verließ.

Zugegebenermaßen habe ich zu dieser Ärztin, bei der ich seit Ende 2019 in Behandlung war, nie ein richtiges Vertrauensverhältnis aufgebaut. Als ich sie heute auf das Thema Fatique und meine daraus entstandene Erwerbsminderung ansprach, entgegnete sie mir: „Fatique ist doch was psyschisches, sie sind doch rundherum gesund. Nehmen sie halt Antidepressiva und gehen sie wieder arbeiten, dann wird das auch wieder“.

Da war er also geplatzt, der überreife Pickel… Ich unterband die weitere Untersuchung und verabschiedete mich (für immer aus dieser Praxis).

Diese Ignoranz und völlige Ahnungslosigkeit vieler Gynäkologen gegenüber einer Tumor-assoziierten Fatique muss verändert werden. Nein, sie ist keine psychische Erkrankung, die Tumor-Fatique ist einer der vielen Nach- und Nebenwirkungen in der Krebstherapie, die das Leben von KrebspatientInnen völlig auf den Kopf stellen kann.

17.02.17 Nachsorge Vol. 2

Viele 🦀ies gehen immer mit einem sehr mulmigen Gefühl zur Nachsorge. Das bleibt mir zum Glück erspart. Bis jetzt denke ich noch: „falls wieder ein Befund da sein sollte, dann geht es halt in die nächste Runde, hab‘ ja jetzt Übung“. Hoffentlich bewahre ich mir diese Einstellung noch ein Weilchen.

Meine Gyn hat noch eine Chance bekommen. Nach der für mich doch sehr ernüchternden 1. Nachsorge kam ich diesmal gut vorbereitet in die Praxis. Das hat meine Ärztin auch ganz deutlich an meinem vollgeschriebenen DIN a 4 Papier 📝 gemerkt. So konnten viele Fragen geklärt werden und sie hat mich sogar später noch einmal angerufen um Sachen abzuklären.

Bei der eine Woche später durchgeführten Mammographie (Brustquetsche wie ich sie gerne liebevoll bezeichne) und dem Ultraschall war dann auch alles bestens. So kann’s gerne weitergehen.