Das Leben mit Fatique Vol. 2 – der tägliche Kampf um Energie

Ja es ist Wahnsinn. Wirklich Wahnsinn. Ich kann es nicht anders erklären. Was mit mir und meinem Körper geschieht ist Wahnsinn.

Ich kann 4 Stunden am Stück Bergwandern und fühle mich danach normal erschöpft, zufrieden und ausgeglichen.

Ich gehe abends 90 min. Yoga 🧘‍♂️ machen, empfinde dies als Hochleistungssport und krieche danach mit letzter Kraft ins Bett.

Wir haben Besuch, und nach 2 Stunden Huigarte (allgäuerisch für miteinander quatschen) muss ich mich aus der Gruppe ausklinken, weil ich einfach nicht mehr kann. Nur noch Ruhe, im Bett liegen, Schlafen. Mehr ist nicht mehr möglich.

Nähprojekte brauchen keine Tage, sondern Wochen. Weil es einfach nicht möglich ist, länger wie 2 Stunden am Stück die Konzentration und Energie an der Nähmaschine aufzubringen.

Und dann gibt es sie wieder. Einzelne Tage an denen es fast so scheint, die Erschöpfung wäre verschwunden. Ich nehme sie ganz genau wahr. Erfreue mich an meiner Kraft und der Vorfreude: „Aber jetzt, jetzt ist es wirklich vorbei mit der Erschöpfung!“. Ihr habt genau gelesen, oder? Ja es sind (noch) einzelne Tage und die wiederholen sich auch (noch nicht) wirklich oft. Sie geben mir immer ein Gefühl von „ich bin wieder ich“, zu krass ist einfach die täglich spürbare Veränderung des eigenen Seins.

04.05.2016 Gregor Meyle live

Für einen würdigen Abschluss eines langen und echt anstrengenden Tages (Coming-Outs sind anstrengender als man denkt) sorgt am Abend Gregor Meyle live in der Kulturscheune Dagobertshausen.

Es war so einmalig, im lauschigen Dagobertshausen so ein schönes Konzert zu erleben.

Und wisst ihr was?

Ich hab‘ mich an diesem Abend nicht schwer getan zu drängeln was das Zeug hält. Ich bin echt gemein denn ich hab‘ nur gedacht

Mach mich nur mal einer an, der bekommt meine Diagnose mitten ins Gesicht geschleudert, dann wird er schon ruhiger

Ein großes Dankeschön auch an Matthias, Melli und meine „Lieblings-Kolleschin“ Anja, die das Erlebnis mit mir geteilt haben.