Rückblick April 2018: Ich will nicht mehr

Es ging…

… es ging irgendwie, aber es ging nicht gut.

Nach der Entfernung meiner Eierstöcke kurz vor Weihnachten 2017 kam ich einfach nicht mehr auf die Beine.

Ich habe das wohl gemerkt und versucht mir bei Hausärztin, Frauenärztin und Psychoonkologin Hilfe zu holen. Verstanden hat mich niemand. Selbst als ich äußerte das ich Suizid Gedanken habe wurde das abgetan. Ein Suizidversuch der vielleicht hätte verhindert werden können, wenn man mir frühzeitig geholfen hätte. So aber war die Verzweiflung über den einfach nicht mehr zu bewältigenden Alltag zu groß für mich.

Noch heute bin ich bestürzt wie wenig sich Ärzte mit der Erkrankung Fatique auskennen und beschäftigen. Ich hätte gerne auf so eine Grenzerfahrung verzichtet.

Das ist doch eigentlich ein Irrsinn. Da wird man von der vermeintlich tödlichen Erkrankung Krebs befreit und ist dann bereit freiwillig auf das Leben zu verzichten. Und das, weil sich keiner meiner behandelnden Ärzte mit den Neben- und Nachwirkungen einer Krebstherapie auseinander gesetzt hat. Hier läuft in der Krebs Nachsorge definitiv etwas falsch.

05.01.18 Alles gut!

Schön wenn man seinen Gefühlen über den Weg trauen kann…

…und doch spüre ich meine Anspannung deutlich als ich den Anruf bekomme mit dem histologischen Befund.

Alles gutartig – was da noch kurz vor Weihnachten aus mir rausgeschnippelt wurde. „Nur“ die Nebenwirkungen der Antihormontherapie.

Yippie🎉

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02.06.16 Entlassung

Worte sind nur Hülsen, lieber Georgie.

Das bestätigt auch wieder das Wort Entlassung.

Für den Einen mag dieses Wort ein Schicksalsschlag bedeuten, für mich bedeutet es heute Freiheit.

Manchmal kann ich sie immer noch nicht glauben, die Diagnose Brustkrebs. Abgesehen von leichten OP Schmerzen geht es mir doch so gut. Da fehlt einfach noch mein Verständnis für die weiteren Behandlungsschritte.

Ich will endlich wieder auf den Berg,

schreit es innerlich in mir.

Und ich werde heute auch gleich wieder klein anfangen und freue mich auf den Hundespaziergang heute Mittag.

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Ein wenig müde noch der alte Herr

25.05.16 Der Kampf geht weiter

Da lag ich doch schon mit Yuko vorne, da zieht mein gegnerischer Mitbewohner mit Waza-ari an mir vorbei.

War gerade auf dem Weg zur Arbeit heute morgen als das Telefon klingelt.

Vorwahl 06404: es wird doch nicht das Krankenhaus sein?

Doch es war’s.

Die erste Hoffnung Fr. Dr. Köcker-Korus bedankt sich nur für meinen Trans-Alp Tipp bestätigt sich nicht. (War wohl auch ein naiver Gedanke, oder was denkt ihr?)

Der Pathologe hat festgestellt, dass um den entfernten Tumor zu wenig gesundes Gewebe ist.

Das heißt auf deutsch „ich muss noch mal unter’s Messer“.

Nee, das hätte nicht wirklich sein müssen, ist dann aber halt so. Nächsten Dienstag rück ich wieder ein.

Wie entspannend war dann der Nachmittag an der Arbeit. Einfach nicht nachdenken nur „Schaffen“.

Auf den Schreck gibt's heut Abend feinsten Hopfentrank
Auf den Schreck gibt’s heut Abend feinsten Hopfentrank

 

 

11.05.2016 Die Würfel sind gefallen

Wieso bin ich eigentlich immer so aufgeregt, wenn es wieder mal in Richtung Krankenhaus geht. Heute musste die „Lieblings-Kolleschin“ dran glauben, der ich um 3.30 Uhr eine E-Mail geschrieben habe, weil mir beim Herumwälzen im Bett noch was gaaaanz dringendes eingefallen ist.

Um 8.30 Uhr hatten wir aufgrund guter Judo-Kontakte (vielen Dank an Christian und Hristos) noch einen Termin im Brustkrebszentrum Marburg. Ohne VitaminB hätten wir erst  in zwei Wochen dort einen Termin bekommen.

Die Ärztin, deren Sohn auch schon in Grünberg beim Sommerjudocamp mit mir auf der Judomatte stand,  hat den Befund und die vorgeschlagene Behandlung von Fr. Köcker-Korus in Lich vollkommen bestätigt.

Das gab mir die notwendige Sicherheit um mich für die OP in der Asklepios Klinik in Lich bei der „Felsenkletterin“ am 19.05. zu entscheiden.

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09.05.2016 Man nennt mich Brustkrebs, G1

Jippie,

seit heute weiß ich auch den Vornamen meines Brustkrebs. Er heißt G2, und ist unter den bösartigen Brustkrebstumoren der Gutmütigere.

Matthias und ich haben heute ein wirklich sehr gutes Aufklärungsgespräch in Lich gehabt mit der dortigen Chefärztin. Sie hat mich bestärkt eine zweite Meinung einzuholen und wir haben den OP-Termin schon mal vorsorglich auf den 19.05. verlegt, falls ich mich entscheide mich in Lich behandeln zu lassen.

Endlich habe ich das Gefühl als Patientin ernst genommen zu werden, mich frei entscheiden zu können welche Therapie ich machen möchte und wann was passieren soll.

35 km im Vogelsberger Hügelgebirge
35 km im Vogelsberger Hügelgebirge

Das die Ärztin dann von ihrem Wochenende am Fels berichtete, wo sie just den Kurs im Franken-Jura gemacht hat, den wir auch schon ins Auge gefasst haben „Von der Halle an den Fels“ hat sie noch mal so sympathisch gemacht.

Zur Feier des Tages gab es noch eine kleine Feierabendrunde über Stock und Stein bei herrlichstem Wetter.

So eine Radtour zu zweit unter der Woche haben Matthias und ich schon ewig nicht mehr unternommen.

 

07.05.2016 Die Sicht wird klarer

Ein Gutes haben alle Coming-Outs bisher gehabt. Sie geben mir nach und nach Klarheit, was ich schon weiß, wieviel mir noch an Information fehlt und was ich auf keinen Fall möchte.

Auch habe ich einige Kontaktadressen und Unterstützung bekommen um mir eine zweite (na gut, eigentlich habe ich auch noch keine erste) Meinung einzuholen.

Das Problem:

Der Himmelfahrts-Feiertag vorgestern

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Herzlich Willkommen!

Im April 2016 kam urplötzlich ein kurzzeitiger Mitbewohner in mein Leben. Nicht das ich ihn darum gebeten hätte. Aber mir blieb auch nichts anderes übrig als ihn erstmal willkommen zu heißen. Sein Name?

Brustkrebs

Der Gedanke diese neue Lebenserfahrung mit anderen zu teilen kam mir sehr schnell. Derzeit erkrankt eine von acht Frauen im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Pro Jahr wird die Diagnose Mammakarzinom  ca. 70.000 mal gestellt (Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft). Also ein Thema das viele Frauen angeht.

Nach fast zwei Jahren habe ich gemerkt der Krebs ist bedeutend nachhaltiger wie ursprünglich gedacht. Mein anfangs sehnlichster Wunsch ,das altes Leben wiederzubekommen, ging nicht in Erfüllung. Den Weg in meine Zukunft hatte ich immer noch nicht gefunden. Aber die Hoffnung, irgendwann wieder in gaanz ruhiges Fahrwasser zu gelangen, blieb bestehen.

Es ist geschafft. Fast genau drei Jahre nach der Diagnose fühle ich mich in meinem, dann doch, neuen Leben angekommen und wohl. Ich sehe eine Zukunft auf die ich mich wieder freuen kann.

Lasst euch inspirieren.

Elke