15.09.19 Huimat

Unglaublich stolz bin ich heute eine Hunderunde gegangen, die ich die letzten fünf Jahre schon so oft gelaufen bin. Aber seid heute ist das meine HUIMAT.

Unvorstellbar wie mich die Gefühle übermannt haben als ich auf diesem Weg heute morgen mit Motte unterwegs war.

Ja und man könnte jetzt sagen: „Ist doch gut was der Krebs da hervor gebracht hat: Ihr seid jetzt im Allgäu dahuim.“

Und doch ist es so, dass ich all das Geschehene, die täglichen Schmerzen, die Müdigkeit und die Zweifel gerne abgeben würde um dafür nur an den Wochenenden das alles hier zu genießen. Unvergessen die Zeiten wenn wir Freitag Abend glückselig hier angekommen sind um zwei Tage Berge pur zu genießen und dann am Montag morgen mit einem fetten Grinsen im Gesicht wieder im Büro gesessen haben.

In meinem, mir noch immer etwas ungewohnten, neuen Leben geht es jetzt darum diesen Kraftort neu zu entdecken.

Mögen die Spiele beginnen…

Rückblick September 2018: ein Wunsch geht in Erfüllung

In der Reha hatte ich mir einen Wunsch notiert. Eine Mehrtageswanderung mit Motte.

Habe lange überlegt ob ich das kräftemässig überhaupt schaffe. Entschieden habe ich mich dann für vier Tage auf dem 🌋 Rundweg direkt vor der Haustür von Grünberg bis Herbstein. Mit der Option jederzeit mit dem Auto abgeholt werden zu können wenn es zu viel wird. Alles andere habe ich mir nicht zugetraut. Es waren wundervolle Tage. Ich habe gemerkt, wandern, fast meditativ einen Schritt vor den anderen zu setzen, tut mir unheimlich gut. In den Übernachtungsorten angekommen war nichts anderes zu tun, als zu duschen, die Energiespeicher zu füllen und schlafen. Der nächste Tag war bereits geplant und ich musste nur weiter laufen. Was eine herrliche Zeit.

Impressionen einer wundervollen Wanderung

Rückblick Juli 2018: Reha II mit Motte

Mein Rehaantrag den ich im April 2018 noch mit der Erwartung gestellt hatte, dort wieder Kraft für den Alltag zu tanken, ist problemlos bei der DRV genehmigt worden. Sogar meine Wunschklinik, in der ich Reha mit Hund 🐕 machen kann, bekam ich zugesprochen. Jetzt sieht die Situation etwas anders aus. Ich bin vorerst nicht mehr arbeitsfähig. Weiß noch gar nicht wie lange ich das sein werde, und ob die Rehaklinik für meine mittlerweile diagnostizierte schwere Erschöpfungsdepression bei chronischer Fatique die Richtige ist.

Was soll ich sagen? Das beste an der Reha war, dass Motte bei mir war.

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19.05.19 Kopf vs. Körper

Heut Nacht von einem Triathlon geträumt. Bin total euphorisch aufgewacht mit dem Gedanken:“ Tschakka das wird dein Tag.“ Erster Fuß aus dem Bett. Ach ja, da war doch was. Komme wie immer wie eine alte Frau aus dem Bett gekrochen. Nach dem morgendlichen Hundespaziergang das Gefühl schon alle Energie für diesen Tag verbraucht zu haben. Und zu wissen, eine Runde auf dem Rad würde doch irgendwie gut tun. Nach einer Runde 🧘‍♀️ mit der Balloon App den inneren Schweinehund überwunden. Die ersten 10 km gegen Schmerz und Müdigkeit angeradelt. Die nächsten 10 mit Genuss in die Pedalen getreten. Die letzten 10 alle Energiereserven gebraucht. Sportlich fit sieht anders aus und doch stellt sich später das Gefühl ein alles richtig gemacht zu haben. Schlussendlich sind Kopf und Körper wieder eine Einheit. Oooooommm 🧘‍♀️

Rückblick Juni 2018: Erste Schritte zum anderen ICH

Unbewusst wie sehr ich es benötigen würde, hatte ich mich im April 2018 für einen Yogakurs mit Lyn Jantosca angemeldet. Was ich nicht wissen konnte: Wie sehr mir Lyn als Yogalehrerin taugt, wie sehr ich die Meditation beim Yoga genießen kann, wie wenig anstrengende Übungen ich brauche um glücklich aus dem Kurs zu kommen.

Und ein altes Hobby habe ich im letzten Sommer wiederentdeckt. Das Nähen. Anfangs hatte ich nicht die Nerven schwierige Projekte zu meistern. Also fing ich mit Duftsäckchen an. Mittlerweile ist das Nähen so wertvoll wie jede Psychotherapie für mich. Sogar mit eigenem Instagram Profil 🤗

08.05.19 Schmerz lass nach

Was macht man wenn einen fiese Schmerzen schon seit Tagen im Griff haben und einen auch die wirklich tolle Meditationsapp Balloon nur phasenweise in den Schlaf meditiert (komischerweise ist mein Göttergatte immer nach spätestens 5 min. zuhören tief eingeschlafen😴). und der Tag eigentlich schon am Morgen beim Aufstehen zur Qual wird?

Ich habe es heute mal so probiert

Motte war begeistert mal wieder richtig Gas zu geben und meinen Gebeinen hat es auch gut getan. Jetzt ist halt die Müdigkeit wieder da, aber ich kann einfach nicht mehr alles haben.

16.08.16 Verlängerung

So fühlt es sich auf jeden Fall an.

Ich habe gefühlte Verlängerung bekommen. Bedeutet, Müdigkeit, Knochenschmerzen und die Gefahr einer Lungenentzündung sind auch die nächsten drei Wochen noch Alltag.

Sonne, Schwimmen und Sauna sind die nächsten sechs Wochen ebenfalls weiterhin ein No go.

Das war also heute die Quintessenz des wieder einmal sensationellen Abschlussgesprächs mit der Ärztin in der Strahlenklinik in Marburg: „Viel trinken, frische Luft und alles wird irgendwann wieder gut“. 😝

Kaum zu glauben wie umständlich es ist einen Adressaufkleber auf seine Krankmeldung zu bekommen. Ich sag nur „GENERVT“.

Und trotzdem hätte ich gerne ein bisschen gefeiert heute, aber  alleine macht das auch nicht wirklich Spaß.

Dann halt der Erschöpfung getrotzt und ’ne Runde gewalkt.

Scheiss auf diese Verlängerung, ich komm‘ jetzt wieder zurück. Brustkrebs war gestern!

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Probier’s mal mit Gemütlichkeit

 

 

 

17.07.16 Der Hirsch ruft

Nach gefühlten Jahren der Abstinenz (zugegeben es waren nur drei Monate) haben wir heute endlich wieder den ersten Trail im Heimatgebirge Vogelsberg unter die Räder genommen. Der Hirschtrial ist der Flowtrail auf dem Hoherodskopf und hat seinem Namen auch heute alle Ehre gemacht.

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Was ein geiles Gefühl wieder auf dem Bock zu sitzen. Da kommt kein Rennrad mit. Die Kraft gerade beim runterknüppeln fehlt noch, da ist auch mal ein Baumstamm zu viel auf dem Weg😳, aber einen Heidenspass hat’s trotzdem gemacht.

So geht’s mental wie körperlich bestens präpariert in die kommende Bestrahlungswoche.

12.07.16 Gedankenkarussell

Brustkrebs kann auch tödlich sein.  Das will ich ja nicht wirklich hören und erst recht nicht glauben. Aber der Tod der Sportreporterin Jana Thiel gestern mit 44 Jahren hat mich doch wieder daran erinnert.

Da spuken doch immer wieder auch mal Gedanken wie „was wäre wenn ich nicht krebsfrei bleibe, sich ein Rezidiv entwickelt?“ in meinem Kopf herum.

Das Leben doch irgendwie ändern, weniger arbeiten, gesünder leben und die verbleibende Zeit nur noch genießen?

15 km mit den Inlinern rund um den Niddaer Stausee  hab ich mich diesen Gedanken heut‘ hingegeben.

Fazit

ich bin ein Arbeitstier, lebe gesund genug und genießen tu ich mein Leben auch jetzt schon.

NEIN es wird gar nix geändert.

Stimmt nicht ganz. Es gab heut Superfood Quinoa Frikadellen vom vegetarischen Food Blog herrgruenkocht.

Matthias hat es auch geschmeckt, aber zugegeben das Tomahawk  Steak am Wochenende vom 1. deutschen Fleischsommelier Der Vogelsberger war ihm lieber.

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Vogelsberger Weideochse in Bestform