17.10.16 Klinik Alltag

Ich muss jetzt hier erst mal die Patienten loswerden!

Da fühlt man sich doch gleich wieder gut aufgehoben.

img_0232Willkommen zurück in der Strahlenklinik in Marburg. Die erste Nachuntersuchung steht an. Bin gespannt!

Sicher, dass fünf Ärzte am Montag morgen mit ’nem gelben Schein wedeln ist bestimmt für das restliche Personal in der Strahlenklinik nicht angenehm.

Und natürlich bin ich auch nach der ersten 3/4 Stunde Warten darauf hingewiesen worden, dass es heute mal wieder länger dauert (hab ich mir eigentlich auch genauso vorgestellt). Trotzdem hinterlässt es schon im Flur vor dem Arztzimmer ein ungutes Gefühl wenn du den Arzt an einer Tour von A nach B hetzen siehst und den oben genannten Satz von ihm aufschnappst. „17.10.16 Klinik Alltag“ weiterlesen

16.08.16 Verlängerung

So fühlt es sich auf jeden Fall an.

Ich habe gefühlte Verlängerung bekommen. Bedeutet, Müdigkeit, Knochenschmerzen und die Gefahr einer Lungenentzündung sind auch die nächsten drei Wochen noch Alltag.

Sonne, Schwimmen und Sauna sind die nächsten sechs Wochen ebenfalls weiterhin ein No go.

Das war also heute die Quintessenz des wieder einmal sensationellen Abschlussgesprächs mit der Ärztin in der Strahlenklinik in Marburg: „Viel trinken, frische Luft und alles wird irgendwann wieder gut“. 😝

Kaum zu glauben wie umständlich es ist einen Adressaufkleber auf seine Krankmeldung zu bekommen. Ich sag nur „GENERVT“.

Und trotzdem hätte ich gerne ein bisschen gefeiert heute, aber  alleine macht das auch nicht wirklich Spaß.

Dann halt der Erschöpfung getrotzt und ’ne Runde gewalkt.

Scheiss auf diese Verlängerung, ich komm‘ jetzt wieder zurück. Brustkrebs war gestern!

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Probier’s mal mit Gemütlichkeit

 

 

 

09.08.16 Der Plan ist gemacht

Wieso ihr so lange nichts von mir gehört habt?

Ganz einfach, Ich habe zu tun.

  • Tochter umziehen, das Küken ist also jetzt aus dem Haus (ein bisschen mulmig ist mir schon ob ich sie nicht doch dazu gedrängt habe),
  • internationalen Tag des Bieres mit Ausschank des eigenen Bieres begehen,
  • Eigentumswohnung in Marburg kaufen (ihr merkt ich gebe meinem ungebeten Mitbewohner keinerlei Macht über meine Zukunft)
  • und natürlich…

… den ultimativen Plan entwickeln.

Ich kann es nicht mehr erwarten, will auch nicht mehr geduldig sein, einfach wieder in den Alltag eintauchen.

Es stehen noch 5 Bestrahlungstermine an. Bin jetzt mittlerweile beim e-boost, hier wird jetzt nur noch die Tumorhöhle ganz gezielt mit Ionen bestrahlt, und nächsten Mittwoch ist Schluss.

Ab Montag, den 22.08. will ich dann wieder in Marburg bei Velociped meine Zelte aufschlagen, ganz entspannt mit 20 Stunden starten und langsam steigern. Das wird noch mal eine Aufgabe für das Arbeitstier, mich da zu zügeln.

Klar könnte ich jetzt auch eine dreiwöchige Reha beginnen, aber wie sagte letzte Woche eine Schwester in der Uniklinik Marburg zu mir: „Sie sind doch niemand der in einer Therapiegruppe seinen Namen tanzen will“. Sie hatte mich nach fünf Minuten bereits voll durchschaut, und meine schon fest stehende Entscheidung noch einmal untermauert.

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Das eigene Bier mit den ersten Etiketten zum Ausschank bereit

P.S. Bei der Bank in den Gesprächen zur Finanzierung der ETW hab ich übrigens dann doch nicht die Traute gehabt meinen Brustkrebs zu erwähnen. Feigling, der ich bin 😁

01.08.16 Krebs-Exil

Krebs-Exil. Dieses Wort beschreibt wohl am allerbesten wie ich mich mittlerweile fühle.

Heute morgen hatte ich ein Erlebnis um das mich bestimmt einige beneiden (vielleicht aber auch denken wie weit einen der Krebs doch bringt).

Auf dem Nachhauseweg von der Bestrahlung (heute war mal wieder so ein Tag: „an dem Bestrahlungsgerät mit den blauen Karten kommt es heute zu längeren Wartezeiten“, und ratet mal welche Farbe meine Karte hat) kam mir doch unser Velociped Bus mit meinen Chefs entgegen. Ich sofort gedreht und hinterher bis auf den Firmenhof. Mein Gott habe ich mich gefreut meine Chefs wieder zu sehen. Ganze fünf Wochen sind das jetzt her, dass ich Titan und Claude das letzte Mal gesehen habe. Die Freude war auf beiden Seiten riesengroß.image

Da wurde mir so richtig bewusst, wir sehr mir mein „altes“ Leben fehlt. Trotzdem werde ich immer introvertierter. Habe kaum noch Lust raus und unter Leute zu gehen.

Es wird Zeit für den nächsten Schritt, kann ihn kaum noch erwarten, will endlich die Wiedergeburt der Normalität erleben.

12, 11 morgen nur noch 10…

…Bestrahlungstermine, dann beginnt auch diese Herausforderung.

21.07.16 Bergfest

Jippie,

18 Bestrahlungen liegen hinter mir. Die Hälfte ist geschafft. Jetzt wird der Countdown runter gezählt.image

Meine Vormittage ähneln im Moment doch sehr dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Ich habe sogar schon einen festen Parkplatz den ich jeden Morgen pünktlich um kurz nach acht Uhr an der Uniklinik in Marburg belege (hat durchaus den Charme des deutschen Sonnenliegen-Handtuchs auf Malle).

Was ich bis heute noch nicht verschmerzt habe. Im Wartebereich in der Strahlenklinik gibt es keine Funkverbindung, ergo kein Internet, keine sozialen Medien, keine Pokémons zum einfangen , einfach rein gar nix. STÖHN. Und die besitzen doch die Frechheit dort zwei Jahre! alte Zeitungen zum Lesen anzubieten.

Gestern gab’s übrigens ein Käseküchlein für die Lieblings-Kollegen. Weiß doch was für Schleckermäuler bei Velociped arbeiten 😉

14.07.16 Knochenschmerzen

Da sind sie also wieder…

Herzlich willkommen zurück.

Bin ich bescheuert?

Muss ich Kopf-, Nacken- und Gliederschmerzen wirklich willkommen heißen?

Ach egal, Seit drei Tagen sind sie auf jeden Fall wieder da. Jetzt liege ich am helligtem Nachmittag  mit nem kikeki (Kirschkernkissen😀) völlig nutzlos auf der Couch.

Wo die Schmerzen wohl herkommen?

  • Tamoxifen
  • Bestrahlung
  • FSME vom Zeckenbiss im Allgäu vor drei Wochen?

eigentlich auch egal, machen kann man in keinem Fall etwas.

Vertreibe mir die Zeit gerade mit einer super Lektüre:

Brüste umständehalber abzugeben von Nicole Staudinger.

Das Buch hätte auch von mir sein können. Die Autorin spricht mir in so vielen Dingen aus dem Herzen und wir haben schon jetzt nach den ersten 60 Seiten so viele ähnliche Erfahrungen mit unserem Krebs gemacht. Ihrer heißt übrigens Karl Arsch. Auch ein hübscher Name, oder?

05.07.16 Die Luft ist raus

Puh, kann das Leben anstrengend sein…

Seit letzter Woche düse ich also jetzt jeden Morgen um kurz nach 7 Uhr nach Marburg (nicht das ich das in meinem „früheren Leben“ nicht auch immer getan hätte) und lass‘ mich bestrahlen.

Wenn ich dann gut zwei Stunden später wieder zuhause bin, geht erst mal gar nix. Ab ins Bett und noch mal ’ne Runde ausruhen ist dann angesagt.

Radeln 🚴 geht schon wieder gemächlich aber stetig. Heute das erste Mal die 30 km geknackt. Die Outdoor-Bewegung ist ja schließlich ärztlich verordnet, die lass‘ ich auf keinen Fall schleifen.

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So schön war’s heut am Wegesrand. Da fehlt der Sommer (fast) gar nicht.

Was ich gerade nicht mehr schaffe?

Jeden Tag zu arbeiten. Habe jetzt beschlossen, arbeitsmäßig wirklich etwas kürzer zu treten und nur an drei Wochentagen im Home-Office zu sitzen. Mal sehen ob es mir gelingt.

02.07.16 Strahlerei, zwo, drei

Das eigentlich Gute ist ja, dass ich viel trinken soll während der Bestrahlung.

ABER

Leider soll das allerdings eher weniger Bier bzw. Alkohol sein 😩

Also wird heute das Nachbestrahlungsbier „Strahlerei, zwo, drei“ gebraut. Das kann dann nach dem 17.08.16 wieder mit Genuss getrunken werden.

Das Rezept:

Nelson Summer Ale

Ein spritziges, goldgelbes Ale mit dem vollen Nelson-Sauvin-Aroma und einen Geschmack nach Grapefruit.

Ich freu mich schon jetzt wie Bolle auf den Andrunk.

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Lasset den Brautag beginnen

29.06.16 Zielscheibe

So, die nächsten sieben Wochen sind dann auch mal geplant und echt eng getaktet.

Ab jetzt wird jeder Tag um die Bestrahlung an der Uniklinik in Marburg geplant. 5 Tage die Woche über 7 Wochen. Insgesamt 36 Bestrahlungstermine liegen vor mir…

Außerdem will ich den Rat der Ärztin in der Strahlenklinik ernst nehmen und mich jeden Tag mindestens 40 min. in der freien Natur bewegen.

Durch die Bestrahlung fällt die Sauerstoffsättigung im Blut ab. Viel Bewegung verbunden mit genügend Flüssigkeit soll den Sauerstoffversorgung wieder erhöhen und dem Erschöpfungssyndrom Fatique entgegen wirken.

Ab Donnerstag heißt es früh aus den Federn. Jeden Morgen um 8.10 Uhr habe ich in der Strahlenklinik in Marburg auf der Matte zu stehen.😵 Schade, dass ich dann morgens so früh im Büro bin, dass noch keiner der Kollegen da ist. Da wird mir echt was fehlen. Aber vielleicht auch besser so, ich darf nämlich 7 Wochen kein Deo benutzen.😖

Vorbereitung für die Bestrahlung
Zielmarkierungen für die Bestrahlung