April 2018 Ich will nicht mehr

Es ging…

… es ging irgendwie, aber es ging nicht gut.

Nach der Entfernung meiner Eierstöcke kurz vor Weihnachten 2017 kam ich einfach nicht mehr auf die Beine.

Ich habe das wohl gemerkt und versucht mir bei Hausärztin, Frauenärztin und Psychoonkologin Hilfe zu holen. Verstanden hat mich niemand. Selbst als ich äußerte das ich Suizid Gedanken habe wurde das abgetan. Ein Suizidversuch der vielleicht hätte verhindert werden können, wenn man mir frühzeitig geholfen hätte. So aber war die Verzweiflung über den einfach nicht mehr zu bewältigenden Alltag zu groß für mich.

Noch heute bin ich bestürzt wie wenig sich Ärzte mit der Erkrankung Fatique auskennen und beschäftigen. Ich hätte gerne auf so eine Grenzerfahrung verzichtet.

Das ist doch eigentlich ein Irrsinn. Da wird man von der vermeintlich tödlichen Erkrankung Krebs befreit und ist dann bereit freiwillig auf das Leben zu verzichten. Und das, weil sich keiner meiner behandelnden Ärzte mit den Neben- und Nachwirkungen einer Krebstherapie auseinander gesetzt hat. Hier läuft in der Krebs Nachsorge definitiv etwas falsch.

24.04.19 Ein ganzes langes Jahr…

April 2018

Der Einschlag hätte gewaltiger nicht sein können. Nichts geht mehr. Nichts ist von einem auf den anderen Tag mehr so wie es einmal war.

April 2019

Aus einem ganz tiefen Tal den Weg zurück ins Licht gefunden, und dabei erkannt:

#wennichnichtgesundbinkannichtrotzdemzufriedenleben

#wennichnichtmehrarbeitenkannistdasLebenimmernochwertvoll

#wennichmichdergelassenheithingebetrittimmerguteszutage

#wennichetwasloslassekommtganzvielgutesinmeinleben

Ja, ich gebe zu ich bin ein wahrer Spätzünder, was diese Erkenntnisse anbelangt. Und ganz freiwillig habe ich sie auch nicht erworben.

Dankbar bin ich für die therapeutische Unterstützung im letzten Jahr von Medizinern die wirklich verstehen wie es Patienten mit einer chronischen krebsassoziierten Fatique* geht.

Seit April 2018 ist (fast nichts) mehr so wie es einmal war.

Und doch ist mir das Allerwichtigste im Leben erhalten geblieben

  • Die Liebe zu meinem allerliebsten Ehemann
  • Die Liebe zu meinen Kindern
  • Die Liebe zum Allgäu
  • Die Liebe zu unserer kleinen verrückten Motte

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Alles andere habe ich (anfangs mit sehr schwerem Herzen) ziehen lassen.

DIE Chance jetzt, zurück aus dem Tief, ganz neue Möglichkeiten zu ergreifen.

*Fatigue ist eine sehr belastende Erschöpfung infolge von Krebs oder anderen chronischen Erkrankungen. Die Erschöpfung ist durch Ausruhen und Schlaf nicht zu beheben. Sie tritt plötzlich und ohne vorangegangene Anstrengung auf. Fatigue betrifft Körper, Seele und Geist.

25.11.16 Nachsorge – what the f…

So, also jetzt die erste offizielle Nachsorge bei meiner Frauenärztin, nachdem ich im September ja noch abgebügelt wurde: „Für Nachsorge ist es noch viel zu früh, wer hat ihnen den Termin überhaupt gegeben?“

Was soll ich sagen? Finde eigentlich gar keine richtigen Worte für das Geschehene.

Aufruf. Ab ins Untersuchungszimmer. Abtasten der Brust (in jeder Patienteninfo steht, dass dies kurz vor der Menstruation wenig Sinn macht) und erst nach mehrmaligem Klagen über meine Nebenwirkungen des Tamoxifen bekomme ich ein Infoblatt eines Pharmakonzerns In die Hand gedrückt: „Das können sie mal ausprobieren, soll wirken müssen sie aber selbst zahlen!“

Das war’s!

Die Zeit hätte ich mir echt sparen können. Keine Untersuchung auf mögliche Wucherungen in der Gebärmutter, kein Gespräch in ruhiger Atmosphäre wie es mir jetzt überhaupt so geht. Zu guter letzt wurde mein Rezept für Tamoxifen auch noch vergessen. Ich bin richtig wütend 😡 dass man eine Patientin so behandelt. Sicher, mich hat die Krebserkrankung psychisch nicht so sehr belastet, aber dennoch erwartet man, dass man ernst genommen wird. Vielleicht ist die Zeit reif den Arzt zu wechseln.

 

03.06.16 Knochencheck

Wieso sagt einem eigentlich niemand wie harmlos so ein Skelettszintigramm ist?

Vorher war nur die Rede von 4-5 Stunden Dauer. Und da macht man sich schon so seine Gedanken. Allein das Wort hat mir schon das Fürchten gelernt.

Wie’s wirklich war?

Harmlos und entspannt.

Morgens ’ne Dosis radioaktives Kontrastmittel gespritzt bekommen (war im Gegensatz zum Lymphknoten markieren überhaupt nicht unangenehm). Nach 2,5 Stunden musste ich wieder kommen und die Aufnahme wurde gemacht. Dauer 15 Minuten in einer offenen Röhre.  Außer das das Gerät sehr nah als Gesicht heran gefahren ist war das auch entspannt.

Und das vorläufige Ergebnis:

o.B. = ohne Befund

Ich bin sehr zuversichtlich für das Gespräch nächste Woche über die weitere Therapie.

 

01.06.16 geschnürt und nicht gewickelt

Guten Morgen liebe Welt
Guten Morgen liebe Welt

Vergessen haben sie mich also gestern doch nicht. Um13.15 Uhr ging es ab durch die OP-Schleuse und dann ging es recht schnell. Narkose hab‘ ich viel besser vertragen wie letztes Mal und so war ich noch vor Matthias auf meinem Zimmer. Diesen Wettlauf hab ich also gewonnen.

Leider hat die Brust nachgeblutet und meine Lieblingsärztin Frau Dr. Köcker-Korus hat mich mal ganz „locker“ verschnürt damit sich das Blut rausdrückt. Aber vorher musste ich doch tatsächlich Dr. Chaos wieder aus meinem Zimmer werfen.

Wer auf Bondage steht hätte wahrscheinlich Spaß daran. Ich bin nur froh das meine Lungen das Atmen noch schaffen.

Habe aber um Mitternacht gedopt und konnte in Etappen gut schlafen.

Schaun wir mal wie’s weitergeht heute.

 

21.05.16 Auf Wiedersehen

Eigentlich hätte ich lieber „und Tschüss“ sagen wollen.

Aber ich werde das Krankenhaus in Lich ja auf jeden Fall wieder sehen.

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Der Blick heute morgen aus meiner *****Herberge

Die zweite Drainage ist heute also dann auch gezogen worden. Alle OP Wunden sehen im Ultraschall sehr gut aus, und so durfte ich dann heute wieder nach Hause gehen.

Nicht ohne IHN wieder zu sehen:

DR. CHAOS

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20.05.16 Wenn schon, denn schon

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Daumen hoch. Das wird!

Wenn man etwas macht dann richtig, oder?

Es sind beide Brüste operiert worden. Rechts war ja der Tumor klar diagnostiziert. Dort sind auch die Wächterlymphknoten mittels Geigerzähler ausfindig gemacht und entfernt worden. Bei der linken Brust wurde ein verdächtiger Befund gestern noch markiert und dann in der OP ebenfalls entfernt.

Das ist dann doch wohl eher selten so zumindest die Reaktion der Krankenschwestern.

Es ist schon immer etwas merkwürdig wenn man von Mitpatienten gefragt wird weswegen man hier ist. Die Diagnose Brustkrebs lässt dann viele erst mal verstummen. Möchte aber ehrlich sein und kein Drama daraus machen.

Geschäftstüchtig wie man nun mal ist hat Fr. Dr. Köcker-Korus heute morgen gleich eine Velociped Radreise offeriert bekommen. Und noch Tipps für eine gute Vorbereitung auf eine Trans Alp mit dazu. Wir würden bestimmt auch gut zusammen radeln gehen können.

 

Ich packe meine Koffer, und nehme mit…

…die CRAFT, die BERGWELTEN und einen Velociped Katalog für meine Ärztin Frau Dr. Köcker-Korus die gerne Radreisen unternimmt.

Ach ja, und die Sonnenbrille für die Sonnenterrasse in meiner *****Sterne Herberge ist natürlich auch dabei. Und ein Corny, für den Hunger zwischendurch.

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Alles dabei für den Kurzurlaub

Es geht also endlich los mit der Räumungsklage. Und ich bin sicher, ich werde den Prozess gewinnen (Habe ja als Gerichtsschöffin genügend Erfahrung mit solchen Verbrechern 😉

 

 

09.05.2016 Man nennt mich Brustkrebs, G1

Jippie,

seit heute weiß ich auch den Vornamen meines Brustkrebs. Er heißt G1, und ist unter den bösartigen Brustkrebstumoren der Gutmütigste.

Matthias und ich haben heute ein wirklich sehr gutes Aufklärungsgespräch in Lich gehabt mit der dortigen Chefärztin. Sie hat mich bestärkt eine zweite Meinung einzuholen und wir haben den OP-Termin schon mal vorsorglich auf den 19.05. verlegt, falls ich mich entscheide mich in Lich behandeln zu lassen.

Endlich habe ich das Gefühl als Patientin ernst genommen zu werden, mich frei entscheiden zu können welche Therapie ich machen möchte und wann was passieren soll.

35 km im Vogelsberger Hügelgebirge
35 km im Vogelsberger Hügelgebirge

Das die Ärztin dann von ihrem Wochenende am Fels berichtete, wo sie just den Kurs im Franken-Jura gemacht hat, den wir auch schon ins Auge gefasst haben „Von der Halle an den Fels“ hat sie noch mal so sympathisch gemacht.

Zur Feier des Tages gab es noch eine kleine Feierabendrunde über Stock und Stein bei herrlichstem Wetter.

So eine Radtour zu zweit unter der Woche haben Matthias und ich schon ewig nicht mehr unternommen.