20.12.16 Die besinnliche Zeit

img_0349Advent – die Zeit der Besinnlichkeit 

Tatsächlich fühle ich mich in diesem Jahr besonders. Es spukt viel mehr Gedankengut durch meine grauen Zellen wie gewöhnlich um die Weihnachtszeit.

Man könnte fast von einer gewissen Nachhaltigkeit meines temporären Mitbewohners sprechen.

Was mich so bewegt?

Das Leben und alles was damit zusammen hängt.

Wir haben alle gestern wieder mit erlebt, unser Leben ist endlich, nicht wirklich planbar und unser Schicksal nicht beeinflussbar.

Wie sagte Sting einmal in einem Interview:

„Wenn mir der Arzt heute eröffnen würde, dass ich bald sterbe, würde ich antworten: ich habe ein großartiges Leben gehabt!“.

Seh ich ganz genau so!

 

 

 

 

25.11.16 Nachsorge – what the f…

So, also jetzt die erste offizielle Nachsorge bei meiner Frauenärztin, nachdem ich im September ja noch abgebügelt wurde: „Für Nachsorge ist es noch viel zu früh, wer hat ihnen den Termin überhaupt gegeben?“

Was soll ich sagen? Finde eigentlich gar keine richtigen Worte für das Geschehene.

Aufruf. Ab ins Untersuchungszimmer. Abtasten der Brust (in jeder Patienteninfo steht, dass dies kurz vor der Menstruation wenig Sinn macht) und erst nach mehrmaligem Klagen über meine Nebenwirkungen des Tamoxifen bekomme ich ein Infoblatt eines Pharmakonzerns In die Hand gedrückt: „Das können sie mal ausprobieren, soll wirken müssen sie aber selbst zahlen!“

Das war’s!

Die Zeit hätte ich mir echt sparen können. Keine Untersuchung auf mögliche Wucherungen in der Gebärmutter, kein Gespräch in ruhiger Atmosphäre wie es mir jetzt überhaupt so geht. Zu guter letzt wurde mein Rezept für Tamoxifen auch noch vergessen. Ich bin richtig wütend 😡 dass man eine Patientin so behandelt. Sicher, mich hat die Krebserkrankung psychisch nicht so sehr belastet, aber dennoch erwartet man, dass man ernst genommen wird. Vielleicht ist die Zeit reif den Arzt zu wechseln.

 

01.11.16 Kürbisgefühle

Unter Tamoxifen fühlt man sich manchmal so ähnlich wie ein Kürbis.

img_4793Man beginnt prachtvoll und kraftstrotzend und wird dann langsam aber stetig ausgehöhlt. Das sieht am Anfang auch noch richtig gut aus, aber mit der Zeit laugt auch der prächtigste Kürbis aus.

Egal wie beschwerlich auch das in die Gänge kommen Morgens jetzt manchmal sein mag. Das ich mal völlig zermatscht und schimmelig irgendwo in der Ecke verwese ist ein Schicksal das ich definitiv nicht mit den Kürbissen teilen werde. Positiv zu denken und den Alltag aktiv zu gestalten wirkt bei mir wie eine Frischzellenkur.

Wie soll Martin Luther einmal gesagt haben:

Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht; ich würde heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.

Ganz genau so würde ich das auch tun!

30.10.16 Spontan geht immer

Das kommt dabei raus wenn man Freitag nachmittags gefrustet spontan entschließt der Sonne entgegen zu fahren:

2000 Höhenmeter, 3 Gipfel, 1 traumhafter See, 65 km Allgäu unter den Füßen und 15 Sonnenstunden.

Die neue Woche kann kommen. Sonnenenergie dafür ist genug getankt.

Mag die Zukunft bringen was will, solche Momente bleiben für immer.

 

17.10.16 Klinik Alltag

Ich muss jetzt hier erst mal die Patienten loswerden!

Da fühlt man sich doch gleich wieder gut aufgehoben.

img_0232Willkommen zurück in der Strahlenklinik in Marburg. Die erste Nachuntersuchung steht an. Bin gespannt!

Sicher, dass fünf Ärzte am Montag morgen mit ’nem gelben Schein wedeln ist bestimmt für das restliche Personal in der Strahlenklinik nicht angenehm.

Und natürlich bin ich auch nach der ersten 3/4 Stunde Warten darauf hingewiesen worden, dass es heute mal wieder länger dauert (hab ich mir eigentlich auch genauso vorgestellt). Trotzdem hinterlässt es schon im Flur vor dem Arztzimmer ein ungutes Gefühl wenn du den Arzt an einer Tour von A nach B hetzen siehst und den oben genannten Satz von ihm aufschnappst. „17.10.16 Klinik Alltag“ weiterlesen

06.10.16 Trailst du schon oder läufst du noch

Es kommt wieder…

das Gefühl sich mal so richtig verausgaben zu wollen.

Angeschlichen hat es sich schon gestern. Nach dem super schönen Ornach Trail mit dem Radl, den ich bisher noch nie so sauber hinbekommen habe (danke Alex von den Trailgämsen für das super Training am Dienstag) , hatte ich immer noch nicht genug vom Bergauf fahren. Da musste heute also was passieren. Meiner Trailrunning Karriere stand nichts mehr im Wege.

Für alle die jetzt mit dem Begriff nix anfangen können. So schnell wie möglich auf unwegsamen Wanderwegen de Berch enuff und im doppeltem Tempo wieder nunner (den Berg hoch und runter, für alle Nichthessen).

Das hat einfach nur Spaß gemacht. Ok mein Fitnesstracker hat mir nach der Einheit mit fast 500 Höhenmetern eine Erholungszeit von 55! Stunden empfohlen, aber so lang wird es wohl im Allgäu nicht dauern bis der nächste Berg mich sieht.

img_2973Mein gelieberter Ehemann, ich befürchte du hast bald wieder eine Frau die immer noch einen drauf setzen will. Vielleicht erinnerst du dich ja noch wie das noch im letzten Jahr war? Könnte also wieder etwas anstrengender werden. Sorry, aber ich freu mich drauf! 😘

Erst wenn man es wieder fühlt, merkt man was man eine lange Zeit vermisst hat.

28.09.16 Immer schön flexibel bleiben

Das wär‘ letztes Jahr noch das absolute No-Go gewesen…

Beim Radeln den Lift nutzen!

Aber wisst ihr was?

Neue Situationen erfordern ungewöhnliche Entscheidungen.

Wäre doch auch zu schade, dem Spaß am Downhill nur deshalb eine Abfuhr erteilen zu müssen, weil die Kraft grad nicht für beide Richtungen reicht.img_2956

Rekonvaleszenz läuft👍

Viele Grüsse aus der privaten Reha Klinik Burgberg.

 

 

18.09.16 Tamoxifen und die Folgen

Nach drei Monaten Tamoxifen und mittlerweile einziger mir noch verbliebener Krebstherapie kann ich folgendes vermelden.

Das vermeintliche Teufelszeug ist bei mir in den Nebenwirkungen relativ harmlos, die Gliederschmerzen nerven schon, sind aber durch Ablenkung und Sport auszuhalten.

Also kein Grund den „Krebszellenverhungerer“ nicht zu nehmen. Da stellt sich doch mal wieder raus, man muss nicht alle Horrorgeschichten glauben die man so ließt.

Gestern morgen waren die Schmerzen nicht ohne, dafür die Ablenkung um so schöner.

Es ging nach Gundeflingen zum Camba old factory Bierfestival.

Eine cooles Ding. 40 Hobbybrauer haben ihre Biere zum Testen mitgebracht und wir haben mit vielen von ihnen gefachsimpelt.  Als Dreingabe gab es noch das Treffen mit einem alten Schulkollegen. Götz ist mittlerweile Geschäftsführer einer der wohl innovativsten deutschen Craftbierbrauereien, der Camba Bavaria. Bei so geballtem Brauerwissen verging die Zeit wie im Fluge.

Den Abend toppen konnte noch das Camba Black Shark. Danach war Bettruhe dringend notwendig.

 

 

28.08.16 Willkommen zurück!

Die erste „richtige“ Arbeitswoche liegt hinter mir. Was ein schönes Gefühl wieder in die Normalität zu gleiten.

Meinen Plan mit 20 Stunden zu beginnen konnte ich echt gut umsetzen und ich hatte nicht das Gefühl mich zu überfordern.

Mir geht es einfach gut.

Wenn ihr mal wissen wollt wie man mit schlechter Laune umgehen sollte empfehle ich euch Vera F. Birkenbihl. Diese Frau ist der Hammer.  Eine Vorlesung von ihr hätte ich gerne mal live erlebt. Leider ist sie bereits 2011 verstorben. Von ihr kann man wirklich den Umgang mit dem Leben lernen. Jetzt laufe ich noch viel öfters lächelnd durchs Leben.

Was habt ihr eigentlich gestern bei der Hitzeschlacht so gemacht? Wir haben uns spontan für das Wurfzelt im Garten entschieden und die Nacht unter freiem Himmel verbracht.

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Abenteuer Zelten im eigenen Garten😅. Man ist nie zu alt um nicht noch Kind sein zu können.