04.12.2020 Die Sucht nach Ruhe

Kann man eigentlich vom Meditieren abhängig werden?

Jeden Morgen das selbe Spiel. Nach einer Tasse Kaffee verkrümele ich mich auf meine Yoga Matte. Angefangen hat das 2018 mal mit sporadischen 10 min. Meditation mit der App Balloon (wer Boris noch nicht gehört hat, weiß nicht wie schön eine Stimme sein kann 🤩) Mittlerweile sind daraus, auch Dank MBSR, täglich 45 min. geworden und es zieht mich förmlich ganz wie von selbst auf das Yoga Kissen.

Krebs und Achtsamkeit – eine Symbiose?

Irgendwie auffällig und auch seltsam. Fast immer, so kommt es mir zumindest vor, verbindet sich die Bewältigung der Erkrankung an Krebs mit Achtsamkeit, Yoga, meditation und ähnlichem. Selbst ich, eine allem Anschein nach sooo geerdeten Person die mit beiden Beinen fest im Leben stand, ist es letztendlich nur durch den Gang in die Akzeptanz gelungen meine Frieden mit dem Brustkrebs zu finden. Zufall oder Bestimmung?

Eine Einschränkung gibt es allerdings für mich. Heilsversprechen durch Meditation, Alternative Therapien und gar Hinweise darauf, dass ein nichtachtsames Leben den Krebs erst herauf beschworen hat sind nach wie vor ein NoGo für mich.

Und darauf meine tägliche Dosis Meditation 🧘‍♂️

08.09.2020 Traurig aber wahr…

Irgendwie hatte ich es mir ja schon so gedacht.

Und mich auch deshalb seit der Abfuhr bei der sehr fachkompetenten Gynäkologin Anfang August noch nicht ans Telefon getraut um bei einem anderen Gynäkologen einen Termin zu machen.

Gestern also allen Mut zusammen genommen. Gefühlt stundenlang in Telefonwarteschleifen verbracht mit der Ansage: Es tut uns leid, wir können ihren Anruf zurzeit nicht entgegen nehmen, bitte rufen sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal an. Da schwante mir schon nichts Gutes.

Nach zwei Stunden! Anrufversuchen bei diversen Frauenarztpraxen habe ich dann angefangen E-Mails zu schrieben. Nach den ersten zwei Antworten habe ich auch das sein gelassen:

Ich bin danach in ein tiefes Loch gefallen. Ist es wirklich unmöglich als Krebspatientin irgendwo in der Nachsorge betreut zu werden? Gibt es vielleicht einfach zu wenig kompetente Ärzte auf die sich einfach zu viele (Kassen)Patienten konzentrieren.

Mich hat der Mut auf jeden Fall erstmal verlassen. Ich überlege die Anti-Hormon-Therapie entweder zu beenden wenn mein Tablettenvorrat zur Neige geht oder zu versuchen ein Rezept über meine Hausärztin zu bekommen. Abtasten kann ich mich selber und wie das mit einer Überweisung zur Mammographie laufen wird, darüber mache ich mir dann auch nochmal Gedanken. In der Zwischenzeit hoffe ich einfach, dass keine akuten Beschwerden kommen, denn dann wäre ich echt in den POPO gekniffen.

23.05.-14.06.17 Nachlese „echte“ Reha in Scheidegg

Zwei Tage vor Himmelfahrt rief mich also die Paracelsus Klinik Scheidegg an und stellte die entscheidende Frage ob ich spontan am nächsten Tag meine Reha beginnen möchte.

Heilfroh, aber auch mit einem mulmigen Gefühl jetzt zu lauter krebskranken Menschen zu fahren ging es dann also am 23.05. ins Allgäu.

Die Ärzte in Scheidegg sind der Meinung, dass die Patienten am Besten wissen was sie benötigen und entsprechend hat man ganz viel Mitspracherecht bei den verordneten Therapien. Psycholonkologische und kreative Angebote sind sogar ganz freiwillig. Niemand wird gezwungen sich auf etwas einzulassen das er nicht möchte. „23.05.-14.06.17 Nachlese „echte“ Reha in Scheidegg“ weiterlesen

19.03.17 Alternative Therapieformen

Klar liest man viel über Krebs und unterstützende Therapien um ein Rezidiv zu vermeiden. Manche machen eine Misteltherapie. Andere verzichten auf alle möglichen Lebensmittel und Kosmetika um hormonell bedingten Krebs ein Schnippchen zu schlagen. Gerade wieder gelesen: „Bei Frauen mit hormonabhängig wachsendem Brustkrebs senkt Sport den Östrogenspiegel in Blut und Gewebe ebenso wie eine medikamentöse antihormonelle Therapie.“ Bingo, das passt und der Plan ist gefasst.

Ich geh wieder radeln!

Als der Radgott das Cyclocross erfunden hat, hat er sicherlich auch an mich gedacht😂. Ich geb‘ es zu, ich bin ein wenig verliebt😍 in mein neustes Velo.

 

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17.02.17 Nachsorge Vol. 2

Viele 🦀ies gehen immer mit einem sehr mulmigen Gefühl zur Nachsorge. Das bleibt mir zum Glück erspart. Bis jetzt denke ich noch: „falls wieder ein Befund da sein sollte, dann geht es halt in die nächste Runde, hab‘ ja jetzt Übung“. Hoffentlich bewahre ich mir diese Einstellung noch ein Weilchen.

Meine Gyn hat noch eine Chance bekommen. Nach der für mich doch sehr ernüchternden 1. Nachsorge kam ich diesmal gut vorbereitet in die Praxis. Das hat meine Ärztin auch ganz deutlich an meinem vollgeschriebenen DIN a 4 Papier 📝 gemerkt. So konnten viele Fragen geklärt werden und sie hat mich sogar später noch einmal angerufen um Sachen abzuklären.

Bei der eine Woche später durchgeführten Mammographie (Brustquetsche wie ich sie gerne liebevoll bezeichne) und dem Ultraschall war dann auch alles bestens. So kann’s gerne weitergehen.

05.01.17 Langzeitüberlebende

Neulich bin ich im Zeitungsregal bei der brigitte_woman_logo hängen geblieben. Bin eigentlich keine typische Frauenzeitschriftenleserin aber die Themen Frau und Hund, wie bringe ich die Kinder aus dem Haus und Leben nach dem Krebs haben einfach gepasst wie die Faust aufs Auge 😁
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Der Beitrag Leben nach dem Krebs sprach mir in vielen Belangen aus der Seele. Krebs ist tatsächlich nicht einfach so weg, auch wenn man als geheilt gilt. Sei es im Gedanken oder im Körper, er macht einfach immer wieder mal auf sich aufmerksam. Ein toller Bericht um zu verstehen wie ehemalige Krebsies auch nach Jahren noch ticken und fühlen können.

In dem Artikel auch zu lesen: fünf Jahre nach der Diagnose gelten Menschen, die an Krebs erkrankt waren, als Langzeitüberlebende. Krasser Begriff, oder? Bin aber voll und ganz damit einverstanden wenn ihr mich im Jahr 2021 dann mit: „Hallo, du Langzeitüberlebende“ begrüsst😝.

Vielen Dank an die brigitte_woman_logo für die Erlaubnis den Beitrag hier zu veröffentlichen.

20.12.16 Die besinnliche Zeit

img_0349Advent – die Zeit der Besinnlichkeit 

Tatsächlich fühle ich mich in diesem Jahr besonders. Es spukt viel mehr Gedankengut durch meine grauen Zellen wie gewöhnlich um die Weihnachtszeit.

Man könnte fast von einer gewissen Nachhaltigkeit meines temporären Mitbewohners sprechen.

Was mich so bewegt?

Das Leben und alles was damit zusammen hängt.

Wir haben alle gestern wieder mit erlebt, unser Leben ist endlich, nicht wirklich planbar und unser Schicksal nicht beeinflussbar.

Wie sagte Sting einmal in einem Interview:

„Wenn mir der Arzt heute eröffnen würde, dass ich bald sterbe, würde ich antworten: ich habe ein großartiges Leben gehabt!“.

Seh ich ganz genau so!

 

 

 

 

25.11.16 Nachsorge – what the f…

So, also jetzt die erste offizielle Nachsorge bei meiner Frauenärztin, nachdem ich im September ja noch abgebügelt wurde: „Für Nachsorge ist es noch viel zu früh, wer hat ihnen den Termin überhaupt gegeben?“

Was soll ich sagen? Finde eigentlich gar keine richtigen Worte für das Geschehene.

Aufruf. Ab ins Untersuchungszimmer. Abtasten der Brust (in jeder Patienteninfo steht, dass dies kurz vor der Menstruation wenig Sinn macht) und erst nach mehrmaligem Klagen über meine Nebenwirkungen des Tamoxifen bekomme ich ein Infoblatt eines Pharmakonzerns In die Hand gedrückt: „Das können sie mal ausprobieren, soll wirken müssen sie aber selbst zahlen!“

Das war’s!

Die Zeit hätte ich mir echt sparen können. Keine Untersuchung auf mögliche Wucherungen in der Gebärmutter, kein Gespräch in ruhiger Atmosphäre wie es mir jetzt überhaupt so geht. Zu guter letzt wurde mein Rezept für Tamoxifen auch noch vergessen. Ich bin richtig wütend 😡 dass man eine Patientin so behandelt. Sicher, mich hat die Krebserkrankung psychisch nicht so sehr belastet, aber dennoch erwartet man, dass man ernst genommen wird. Vielleicht ist die Zeit reif den Arzt zu wechseln.

 

30.10.16 Spontan geht immer

Das kommt dabei raus wenn man Freitag nachmittags gefrustet spontan entschließt der Sonne entgegen zu fahren:

2000 Höhenmeter, 3 Gipfel, 1 traumhafter See, 65 km Allgäu unter den Füßen und 15 Sonnenstunden.

Die neue Woche kann kommen. Sonnenenergie dafür ist genug getankt.

Mag die Zukunft bringen was will, solche Momente bleiben für immer.

 

17.10.16 Klinik Alltag

Ich muss jetzt hier erst mal die Patienten loswerden!

Da fühlt man sich doch gleich wieder gut aufgehoben.

img_0232Willkommen zurück in der Strahlenklinik in Marburg. Die erste Nachuntersuchung steht an. Bin gespannt!

Sicher, dass fünf Ärzte am Montag morgen mit ’nem gelben Schein wedeln ist bestimmt für das restliche Personal in der Strahlenklinik nicht angenehm.

Und natürlich bin ich auch nach der ersten 3/4 Stunde Warten darauf hingewiesen worden, dass es heute mal wieder länger dauert (hab ich mir eigentlich auch genauso vorgestellt). Trotzdem hinterlässt es schon im Flur vor dem Arztzimmer ein ungutes Gefühl wenn du den Arzt an einer Tour von A nach B hetzen siehst und den oben genannten Satz von ihm aufschnappst. „17.10.16 Klinik Alltag“ weiterlesen