03.08.2020 Zurück in die Pubertät

Kennt ihr noch das Gefühl wenn in der Pubertät ein überreifer Pickel geplatzt ist…🥴

Genau so hat es sich heute angefühlt als ich das Sprechzimmer meiner Frauenärztin mit den Worten: “ Liebe Frau Dr. Hiel…, wir brechen das hier jetzt ab, so kommen wir nicht zusammen!“ verließ.

Zugegebenermaßen habe ich zu dieser Ärztin, bei der ich seit Ende 2019 in Behandlung war, nie ein richtiges Vertrauensverhältnis aufgebaut. Als ich sie heute auf das Thema Fatique und meine daraus entstandene Erwerbsminderung ansprach, entgegnete sie mir: „Fatique ist doch was psyschisches, sie sind doch rundherum gesund. Nehmen sie halt Antidepressiva und gehen sie wieder arbeiten, dann wird das auch wieder“.

Da war er also geplatzt, der überreife Pickel… Ich unterband die weitere Untersuchung und verabschiedete mich (für immer aus dieser Praxis).

Diese Ignoranz und völlige Ahnungslosigkeit vieler Gynäkologen gegenüber einer Tumor-assoziierten Fatique muss verändert werden. Nein, sie ist keine psychische Erkrankung, die Tumor-Fatique ist einer der vielen Nach- und Nebenwirkungen in der Krebstherapie, die das Leben von KrebspatientInnen völlig auf den Kopf stellen kann.

02.04.2020 Risikogruppe…

Was sind das für verrückte Zeiten. Ich glaube die allerwenigsten Menschen hätten sich vorstellen können, dass wir so etwas einmal erleben. COVID19. Um es für die Nachwelt nochmal festzuhalten. Und da sind die leisen Stimmen in vielen unserer Köpfe: „Haben wir so etwas vielleicht sogar einmal gebraucht, weil wir es einfach nicht von alleine geschafft haben etwas Stille einkehren zu lassen oder dem Höher, Weiter, Schneller von alleine zu entfliehen.

Ich höre ganz leise eine kleine Alarmglocke in meinem Kopf beim Wort RISIKOGRUPPE: Zu der Gruppe der Risikopatienten gehören Personen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Krebs. Aber auch Informationen wie „nur Krebspatienten in Therapie die eine Immunschwäche erzeugen sind besonders gefährdet. Puh, außer Hormontherapie ist ja gerade bei mir nichts los. Und trotzdem kann ich mich nicht ganz von der Unruhe lösen. Zu sehr bin ich, mein Geist wie mein Körper von den letzten fast vier (oh mein Gott schon so lange ist das her) Jahren verunsichert, hat meine gesundheitliche Konstitution doch in dieser Zeit selten Anlass dazu gegeben wirklich Vertrauen wieder aufzubauen.

Da bleibt nur eine Option. Zuhause bleiben!
#stayhomeforcancer eine Aktion von MammaMia! Das Brustkrebsmagazin

31.10.19 Beruf Krebsmanagerin?

Ein Interview mit Lisa Ortgies von Frau tv hat mich hellhörig werden lassen. Sie sprach davon, dass sie ihre Erkrankung (Herzinfarkt) managen wollte. Und festgestellt hat: Krankheit, Schwäche, Leid lassen sich einfach nicht managen. Egal wieviel Managementerfahrung man einbringt.

Auch Krebs lässt sich nicht einfach managen. Lange Zeit habe auch ich genau das versucht. Und was soll ich sagen: Lisa Ortgies hat recht!

Einfach mal zulassen, dass es keinen Plan gibt.

Einmal keine Selbstübertölpelung: „Jubel, egal wie kacke das jetzt ist, ICH packe einfach alles!“

Mal den Gedanken, das Gefühl akzeptieren: Puh, der Berg ist jetzt aber grad wirklich zu hoch um ihn zu besteigen.

Einfach Dinge geschehen lassen und im HIER und JETZT anstatt im WENN und ABER zu verweilen.

Es ist doch vielleicht, wenn schon nicht möglich, auch gar nicht notwendig immer alles zu managen…4C41E15C-9A05-4D41-AB3B-7A6ED6273E5E

15.09.19 Huimat

Unglaublich stolz bin ich heute eine Hunderunde gegangen, die ich die letzten fünf Jahre schon so oft gelaufen bin. Aber seid heute ist das meine HUIMAT.

Unvorstellbar wie mich die Gefühle übermannt haben als ich auf diesem Weg heute morgen mit Motte unterwegs war.

Ja und man könnte jetzt sagen: „Ist doch gut was der Krebs da hervor gebracht hat: Ihr seid jetzt im Allgäu dahuim.“

Und doch ist es so, dass ich all das Geschehene, die täglichen Schmerzen, die Müdigkeit und die Zweifel gerne abgeben würde um dafür nur an den Wochenenden das alles hier zu genießen. Unvergessen die Zeiten wenn wir Freitag Abend glückselig hier angekommen sind um zwei Tage Berge pur zu genießen und dann am Montag morgen mit einem fetten Grinsen im Gesicht wieder im Büro gesessen haben.

In meinem, mir noch immer etwas ungewohnten, neuen Leben geht es jetzt darum diesen Kraftort neu zu entdecken.

Mögen die Spiele beginnen…

05.07.19 Du weißt das du Rentner bist, wenn…

…Du in deiner „Arbeitswoche“ jeden Tag bei irgendeinem Arzt, Therapeuten oder im Krankenhaus ( o.k. Das waren nur Krankenbesuche) warst.

…Du die Möglichkeit hast, diese notwendigen Besuche auch mal mit einer Radltour zu verbinden

… Du dazu dein E-Bike nutzt, und langsam richtig auf den Geschmack kommst mit Motorunterstützung unterwegs zu sein (und das bis der Akku leer ist😊)

30.06.19 Und es wird immer mehr

Ich kann gar nicht so schnell nähen, wie ich zunehme…

Hilfe was ist hier los. Bisher hatte ich mich und mein Gewicht so gut im Griff. Die von vielen Frauen beschriebene Nebenwirkung der AHT „Gewichtszunahme“ konnte ich Gott sei Dank (bis jetzt) absolut nicht mein eigen nennen.

Und jetzt passt mir mittlerweile keine einzige kurze Hose mehr im Schrank. Und ich kann nachfühlen wie das ist, wenn man Klamotten ein ganzes Jahr nicht anhatte und dann freudig danach greift und feststellt, dass man nicht mehr hinein passt. Das ist und bleibt einfach kein erstrebenswertes Gefühl.

Ja, und nu?

Ich hatte mir vorgenommen, jetzt viel für mich zu nähen und wenig bis gar nichts mehr von der Stange zu kaufen. Aber wie gesagt: „ich kann gar nicht so schnell nähen, wie ich zunehme“😂.

Die ersten passenden Sachen sind fertig

29.05.19 Rentnerdasein

Lange nicht akzeptiert, dass es das Beste sein soll.

Lange damit gerungen ihn wirklich zu stellen.

Lange darauf gehofft, dass eine positive Entscheidung fällt…

… und heute ist er in der Post

Ich bin jetzt Rentnerin.

Auf Zeit, wegen Erwerbsminderung. Und kann noch gar nicht richtig damit umgehen. Freude vielleicht, und gleichzeitig das Gefühl „das war es jetzt“.

Ich glaube wirklich an der Akzeptanz des Rentnerdaseins muss ich noch ein wenig arbeiten.

19.05.19 Kopf vs. Körper

Heut Nacht von einem Triathlon geträumt. Bin total euphorisch aufgewacht mit dem Gedanken:“ Tschakka das wird dein Tag.“ Erster Fuß aus dem Bett. Ach ja, da war doch was. Komme wie immer wie eine alte Frau aus dem Bett gekrochen. Nach dem morgendlichen Hundespaziergang das Gefühl schon alle Energie für diesen Tag verbraucht zu haben. Und zu wissen, eine Runde auf dem Rad würde doch irgendwie gut tun. Nach einer Runde 🧘‍♀️ mit der Balloon App den inneren Schweinehund überwunden. Die ersten 10 km gegen Schmerz und Müdigkeit angeradelt. Die nächsten 10 mit Genuss in die Pedalen getreten. Die letzten 10 alle Energiereserven gebraucht. Sportlich fit sieht anders aus und doch stellt sich später das Gefühl ein alles richtig gemacht zu haben. Schlussendlich sind Kopf und Körper wieder eine Einheit. Oooooommm 🧘‍♀️

08.05.19 Schmerz lass nach

Was macht man wenn einen fiese Schmerzen schon seit Tagen im Griff haben und einen auch die wirklich tolle Meditationsapp Balloon nur phasenweise in den Schlaf meditiert (komischerweise ist mein Göttergatte immer nach spätestens 5 min. zuhören tief eingeschlafen😴). und der Tag eigentlich schon am Morgen beim Aufstehen zur Qual wird?

Ich habe es heute mal so probiert

Motte war begeistert mal wieder richtig Gas zu geben und meinen Gebeinen hat es auch gut getan. Jetzt ist halt die Müdigkeit wieder da, aber ich kann einfach nicht mehr alles haben.

05.05.19 Gesundheit… Was ist das eigentlich?

Es geht mir wieder GUT.

GUT geht es mir wieder, seid ich aufgehört habe unbedingt gesundsein zu wollen.

Klingt paradox?

Ist es vielleicht auch.

Statt etwas hinterherzurennen das man vielleicht nicht mehr erreichen kann tut man sich viel leichter wenn man diesen Wettbewerb aufgibt und Zufriedenheit in dem sucht was man hat.

Und wenn man erst einmal dafür sensibilisiert ist, erkennt man, dass dies noch eine Menge ist.

Wie definiert man eigentlich Gesundheit?

Gesundheit wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wie folgt definiert:

„Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen, körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.“

Gesundheit wird also als ein wesentlicher Bestandteil des täglichen Lebens verstanden, jedoch nicht als vorrangiges Lebensziel definiert. So wird erst die Abwesenheit von Gesundheit bewusst wahrgenommen.