Das Leben mit Fatique Vol. 4 – Stecker raus…

Müde sind wir alle. Weil wir schlecht geschlafen, Party gemacht haben, oder weil wir mal einen Infekt auskurieren müssen.

Fatique ist anders, ganz anders. Ich habe noch nie mit jemanden gesprochen, dem ich das verständlich machen konnte, außer… wenn ich mit jemandem sprach der dies schon erlebt hat.

Diese vollständige Akkuentladung. Du hast das Gefühl du bist tiefentladen. Nichts, aber auch wirklich nichts geht mehr. Mit letzter Kraft auf die Couch, weil das Bett einen Stock höher schon unerreichbar scheint.

Ich war immer Sportlerin. Konnte mich schinden, mich auspowern, meine Grenzen austesten. Die Fatique bringt dich jedoch auch ohne irgendeine sportliche Herausforderung an ein Limit, dass du mit nichts vergleichen kannst. Vielleicht liegt diese abgrundtiefe Erschöpfung auch daran, dass anders wie nach dem Sport, bei dem Endorphine ausgeschüttet werden, du bei einer Fatique nur eine ganz ganz tiefe Leere in dir spürst.

Du fühlst dich wie ein altersschwacher Akku. Viel zu schnell, viel zu tief wirst du immer und immer wieder entladen. Du hast keine Reserven mehr, lädst im besten Fall vielleicht mal wieder zur Hälfte auf, um ganz schnell auch diese Energie wieder zu verlieren.

Manchmal träume ich davon wie es wäre wenn ich diesen Akku einfach austauschen könnte wie bei einem E-Bike. Was für eine verlockende Vorstellung.

01.10.2020 Achtsamkeit vs. Akzeptanz

Achtsamkeit, klar… achtsam war ich schon immer.

Achtsam darauf bedacht immer

  • zu funktionieren
  • 150 % zu geben
  • es noch besser machen zu wollen.

Hat ja irgendwie nicht so recht funktioniert bei mir, die ach so viel gepriesene Achtsamkeit.

Mittlerweile habe ich verstanden, Akzeptanz ist ein viel passenderes TU-Wort um mit sich selbst besser klar zu kommen.

Zu akzeptieren wie es gerade ist, egal wie es gerade ist!

Die Weisheit zu erlangen Dinge zu akzeptieren so wie sie sind:

  • zu akzeptieren wenn es einem schlecht geht
  • zu akzeptieren wenn man mit sich hadert
  • zu akzeptieren wenn man schlecht mit sich umgeht.

Schon mehrmals hatte ich die alte Sufi-Geschichte eines orientalischen Königs gehört und die Erkenntnis daraus: …auch dies wird vorüber gehen…. mittlerweile verinnerlicht. So ist auch mein persönliches Mantra entstanden:

So wie es jetzt ist, ist es gut, denn alles geht vorüber…