29.08.17 Und dann ist auf einmal doch alles anders…

Puh, eine lange Zeit ist vergangen. Eine Zeit mit vielen Veränderungen. Das sich etwas tun musste, war schon im März klar. Aber was daraus geworden ist war damals noch nicht abzusehen.

Anfang Mai war der 0-Punkt erreicht. Nichts ging mehr.

Und doch war dieser Punkt so wichtig und kam im genau richtigen Moment. Denn 14 Tage später erhielt ich einen Anruf von der Reha-Klinik ob ich nicht spontan am nächsten Tag meine Reha beginnen will. Wäre es mir nicht so schlecht gegangen und von meiner Frauenärztin bereits aus dem Verkehr gezogen worden hätte ich nie JA dazu sagen können.

So aber habe ich die drei besten Wochen seit langer langer Zeit genießen können. Vergesst alles, was ich einmal über Reha und „seinen Namen tanzen“ gesagt habe. Mittlerweile bin ich fast schon ein wenig sauer, dass mir die Strahlenklinik nicht zu einer AHB (Anschlussheilbehandlung) direkt nach der Bestrahlung geraten und mit mir beantragt hat. Vielleicht erzähle ich noch einmal in einem separaten Blog-Beitrag etwas mehr dazu.

Mittlerweile habe ich meine wöchentliche Arbeitszeit stark reduziert und arbeite zwei Tage die Woche im Homeoffice , trage einen Schwerbehindertenausweis mit mir rum (wollte ich vorher nie wahrhaben, dass Krebs eine chronische Krankheit ist) und habe mir Unterstützung bei einer Psychoonkologin geholt. Ich treibe mich außerdem nur noch selten zu sportlichen Hochleistungen an. Bringt auch nix das rächt sich dann immer mindestens die nächsten fünf Tage mit enormen Schmerzen und Ermüdungserscheinungen. Dafür praktiziere ich jetzt wieder Taiji Quan und lasse mich auch ab und zu im Judotraining blicken.

Ich hab’s so langsam kapiert. Krebs verändert das Leben. Wenn man das akzeptiert hat wird vieles wieder einfacher.

 

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Vielleicht werde ich ja auch noch mal so tiefenentspannt wie unser Merlin

Eine Antwort auf „29.08.17 Und dann ist auf einmal doch alles anders…

  1. derbrustkrebsundich

    Hi, ich will ja nicht „klugscheißern“ aber gleich zurück auf die Überholspur konnte nicht gut gehen! ich habe mich auch schwer getan das zu akzeptieren, aber durch die Reha (3 Wochen nach Strahlentherapie) habe ich auch erst richtig begriffen worum es geht und wo ich stehe! Schön, dass du dich jetzt für das/dein bewußtes Leben entschieden hast!!! Wir haben doch nur das eine!LG

    Gefällt 1 Person

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