30.07.16 Eine gute Tat

Vielen Dank

Mama und Papa für eure unendliche Geduld mit mir.

Das muss ein furchtbares Gefühl sein nicht zu wissen wie es der eigenen Tochter in dieser Zeit geht.

Ich glaube meine Eltern haben mich keine fünf Mal gesehen seit der Diagnose Brustkrebs

Ja, ich habe auch ein echt schlechtes Gewissen, und ändere die Situation trotzdem nur selten.

Heute war es doch einmal  wieder soweit. Spontan bin ich über meinen Schatten gesprungen und wir haben zu fünft, Matthias und Melli waren auch dabei, einen tollen Nachmittag im Café Mack in Laubach verbracht.

Und es fühlt sich gut an, wenn das schlechte Gewissen nachlässt.

Das ihr mich zu so einer starken Persönlichkeit erzogen und mir den Spaß am Sport mitgegeben habt, ihr in eurem Tun und Handeln auch jetzt noch im hohen Alter (bitte verzeiht mir den Ausdruck aber 87 und 82 Jahre ist schon ein Wort) Vorbild seid, dafür müsste ich eigentlich viel öfter über meinen verdammten Schatten springen.

Eltern wird man und bleibt es dann sein ganzes Leben
Eltern wird man und bleibt es dann ein ganzes Leben

 

21.07.16 Bergfest

Jippie,

18 Bestrahlungen liegen hinter mir. Die Hälfte ist geschafft. Jetzt wird der Countdown runter gezählt.image

Meine Vormittage ähneln im Moment doch sehr dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Ich habe sogar schon einen festen Parkplatz den ich jeden Morgen pünktlich um kurz nach acht Uhr an der Uniklinik in Marburg belege (hat durchaus den Charme des deutschen Sonnenliegen-Handtuchs auf Malle).

Was ich bis heute noch nicht verschmerzt habe. Im Wartebereich in der Strahlenklinik gibt es keine Funkverbindung, ergo kein Internet, keine sozialen Medien, keine Pokémons zum einfangen , einfach rein gar nix. STÖHN. Und die besitzen doch die Frechheit dort zwei Jahre! alte Zeitungen zum Lesen anzubieten.

Gestern gab’s übrigens ein Käseküchlein für die Lieblings-Kollegen. Weiß doch was für Schleckermäuler bei Velociped arbeiten 😉

19.07.16 Lebensversicherung

Schon seit sehr langer Zeit zahle ich ohne es wirklich zu wissen in eine Lebensversicherung ein. Und jetzt nehme ich sie gerade in Anspruch.

Was ich meine?

Meine Sportlichkeit, meine körperliche Verfassung  und meine positive Einstellung, dass ist meine Lebensversicherung für lau.

Manche halten auch Vorsorgeuntersuchungen für eine Lebensversicherung. Aber was will man mit einer diagnostizierten Krankheit anfangen, wenn der eigene Körper dann nichts dagegen ausrichten kann.

Ich komme gut klar mit meinem Krebs, habe mich mit ihm arrangiert und ihm einiges entgegen zu setzen

Die Nebenwirkungen der Behandlungen kann ich auch jetzt noch mit ’ner Runde lockerem Sporteln entgegen wirken. Meine Haut ist (lt. Krankenschwester wegen fehlender Speckfalten😅) bis jetzt kaum von der Bestrahlung in Mitleidenschaft gezogen und nach jeder OP war ich direkt wieder fit. Und klar, es gibt Tiefs in dieser Zeit, ich habe es geschafft mich bisher immer wieder da raus zu holen.

Mein Tipp:

Bewegt euch, ernährt euch bewusst und habt das Glas immer halb voll.

Dann kann euch so schnell nichts aus der Bahn werfen.

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17.07.16 Der Hirsch ruft

Nach gefühlten Jahren der Abstinenz (zugegeben es waren nur drei Monate) haben wir heute endlich wieder den ersten Trail im Heimatgebirge Vogelsberg unter die Räder genommen. Der Hirschtrial ist der Flowtrail auf dem Hoherodskopf und hat seinem Namen auch heute alle Ehre gemacht.

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Was ein geiles Gefühl wieder auf dem Bock zu sitzen. Da kommt kein Rennrad mit. Die Kraft gerade beim runterknüppeln fehlt noch, da ist auch mal ein Baumstamm zu viel auf dem Weg😳, aber einen Heidenspass hat’s trotzdem gemacht.

So geht’s mental wie körperlich bestens präpariert in die kommende Bestrahlungswoche.

14.07.16 Knochenschmerzen

Da sind sie also wieder…

Herzlich willkommen zurück.

Bin ich bescheuert?

Muss ich Kopf-, Nacken- und Gliederschmerzen wirklich willkommen heißen?

Ach egal, Seit drei Tagen sind sie auf jeden Fall wieder da. Jetzt liege ich am helligtem Nachmittag  mit nem kikeki (Kirschkernkissen😀) völlig nutzlos auf der Couch.

Wo die Schmerzen wohl herkommen?

  • Tamoxifen
  • Bestrahlung
  • FSME vom Zeckenbiss im Allgäu vor drei Wochen?

eigentlich auch egal, machen kann man in keinem Fall etwas.

Vertreibe mir die Zeit gerade mit einer super Lektüre:

Brüste umständehalber abzugeben von Nicole Staudinger.

Das Buch hätte auch von mir sein können. Die Autorin spricht mir in so vielen Dingen aus dem Herzen und wir haben schon jetzt nach den ersten 60 Seiten so viele ähnliche Erfahrungen mit unserem Krebs gemacht. Ihrer heißt übrigens Karl Arsch. Auch ein hübscher Name, oder?

12.07.16 Gedankenkarussell

Brustkrebs kann auch tödlich sein.  Das will ich ja nicht wirklich hören und erst recht nicht glauben. Aber der Tod der Sportreporterin Jana Thiel gestern mit 44 Jahren hat mich doch wieder daran erinnert.

Da spuken doch immer wieder auch mal Gedanken wie „was wäre wenn ich nicht krebsfrei bleibe, sich ein Rezidiv entwickelt?“ in meinem Kopf herum.

Das Leben doch irgendwie ändern, weniger arbeiten, gesünder leben und die verbleibende Zeit nur noch genießen?

15 km mit den Inlinern rund um den Niddaer Stausee  hab ich mich diesen Gedanken heut‘ hingegeben.

Fazit

ich bin ein Arbeitstier, lebe gesund genug und genießen tu ich mein Leben auch jetzt schon.

NEIN es wird gar nix geändert.

Stimmt nicht ganz. Es gab heut Superfood Quinoa Frikadellen vom vegetarischen Food Blog herrgruenkocht.

Matthias hat es auch geschmeckt, aber zugegeben das Tomahawk  Steak am Wochenende vom 1. deutschen Fleischsommelier Der Vogelsberger war ihm lieber.

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Vogelsberger Weideochse in Bestform

05.07.16 Die Luft ist raus

Puh, kann das Leben anstrengend sein…

Seit letzter Woche düse ich also jetzt jeden Morgen um kurz nach 7 Uhr nach Marburg (nicht das ich das in meinem „früheren Leben“ nicht auch immer getan hätte) und lass‘ mich bestrahlen.

Wenn ich dann gut zwei Stunden später wieder zuhause bin, geht erst mal gar nix. Ab ins Bett und noch mal ’ne Runde ausruhen ist dann angesagt.

Radeln 🚴 geht schon wieder gemächlich aber stetig. Heute das erste Mal die 30 km geknackt. Die Outdoor-Bewegung ist ja schließlich ärztlich verordnet, die lass‘ ich auf keinen Fall schleifen.

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So schön war’s heut am Wegesrand. Da fehlt der Sommer (fast) gar nicht.

Was ich gerade nicht mehr schaffe?

Jeden Tag zu arbeiten. Habe jetzt beschlossen, arbeitsmäßig wirklich etwas kürzer zu treten und nur an drei Wochentagen im Home-Office zu sitzen. Mal sehen ob es mir gelingt.