Herzlich Willkommen!

Im April 2016 bekam ich urplötzlich einen kurzeitigen Mitbewohner in meinem Leben. Nicht das ich ihn darum gebeten hätte. Aber mir blieb auch nichts anderes übrig als ihn erstmal willkommen zu heißen. Sein Name?

Brustkrebs

Der Gedanke diese neue Lebenserfahrung mit anderen zu teilen kam mir sehr schnell. Derzeit erkrankt eine von acht Frauen im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Pro Jahr wird die Diagnose Mammakarzinom  ca. 70.000 mal gestellt (Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft). Also ein Thema das viele Frauen angeht.

Jetzt nach fast zwei Jahren kann ich sagen Krebs ist bedeutend nachhaltiger wie ursprünglich gedacht. Und trotzdem möchte ich all die positiven Momente bis zum heutigen Tag nicht missen. Den Weg in meine Zukunft habe ich heute noch nicht gefunden. Aber die Hoffnung, irgendwann wieder in gaanz ruhiges Fahrwasser zu gelangen, gebe ich nicht auf.

Lasst euch inspirieren.

Elke

10.03.2018 Leidensdruck

Verdammt.

Es tut immer noch weh!

All die sportlichen Highlights die meine Sportkameraden da so im Internet posten.

Eifersucht, Neid, Wut…

Ich würde so verdammt gerne wieder dazu GEHÖREN. Hab’ tatsächlich mit dem Gedanken gespielt endlich mal wieder anzugreifen, am Hörnerlauf beim Allgäu Panorama Marathon teilzunehmen.

STATTDESSEN: kaum genug Energie den Alltag  zu bewältigen und seinem Wahnsinn zu trotzen.

Fast  zwei Jahre nach Diagnose sag ich das allererste Mal:  SCHEISS KREBS!

Ich weiß, Jammern auf hohem Niveau. Geht aber grad nicht anders.

 

 

05.01.18 Alles gut!

Schön wenn man seinen Gefühlen über den Weg trauen kann…

…und doch spüre ich meine Anspannung deutlich als ich den Anruf bekomme mit dem histologischen Befund.

Alles gutartig – was da noch kurz vor Weihnachten aus mir rausgeschnippelt wurde. „Nur“ die Nebenwirkungen der Antihormontherapie.

Yippie🎉

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08.11.17 Im ewigen Jammertal?

Befinden sich wirklich so viele Menschen in meinem Umfeld in einem Jammertal oder bin ich einfach so sensibel dafür geworden?

…das Kind zu laut, der Job zu stressig, der Sport zu anstrengend und irgendwie ist immer alles viel zu viel…

Ich weiß ich bin ungerecht wenn ich denke:

„Mensch, nehmt euer Leben endlich selbst in die Hand, hört auf zu jammern, reißt euch zusammen und konzentriert euch auf die wichtigen Dinge im Leben, denn ihr habt genau nur eins!“

Aber trotzdem nervt mich das ungemein.

Verdammt, bin ich vielleicht empfindlich geworden bei Menschen die immer ein halb leeres anstatt ein halb volles Glas vor sich haben. Ich habe keine Lust mehr meine Zeit mit negativen Gedanken zu verschwenden.

Gott (oder wer auch immer) gib uns die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die wir nicht ändern können, den Mut, Dinge zu ändern, die wir ändern können, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

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Manche Aufgaben muss man auch mal unorthodox in Angriff nehmen 😁

23.09.2017 Alles grau, oder was?

DSC00753Hinfort mit der ewigen Jugend. Endlich dazu stehen, dass der Zahn der Zeit an mir nagt. Zugegeben der Zahn gibt seit Beginn der Antihormontherapie echt Gas, aber irgendwann ist der Hormonentzug eh bei jeder Frau sichtbar: Bingowings, Schlabberbauch und graue Haare. Gut, den ersten zwei Anzeichen versuche ich mit Liegestütz und Sporteln noch entgegen zu wirken aber zu meinen grauen Haaren stehe ich jetzt absolut. Das habe ich nicht zuletzt all den tollen Frauen in der Reha zu verdanken. Sie haben ihre Haare, die nach der Chemotherapie mühsam nachgewachsen sind, mit so viel Stolz und Würde getragen.

Dazu das Nasenfahrrad in knallrot, dass bin doch wieder 100% ich.

 

23.05.-14.06.17 Nachlese „echte“ Reha in Scheidegg

Zwei Tage vor Himmelfahrt rief mich also die Paracelsus Klinik Scheidegg an und stellte die entscheidende Frage ob ich spontan am nächsten Tag meine Reha beginnen möchte.

Heilfroh, aber auch mit einem mulmigen Gefühl jetzt zu lauter krebskranken Menschen zu fahren ging es dann also am 23.05. ins Allgäu.

Die Ärzte in Scheidegg sind der Meinung, dass die Patienten am Besten wissen was sie benötigen und entsprechend hat man ganz viel Mitspracherecht bei den verordneten Therapien. Psycholonkologische und kreative Angebote sind sogar ganz freiwillig. Niemand wird gezwungen sich auf etwas einzulassen das er nicht möchte. Continue reading „23.05.-14.06.17 Nachlese „echte“ Reha in Scheidegg“

29.08.17 Und dann ist auf einmal doch alles anders…

Puh, eine lange Zeit ist vergangen. Eine Zeit mit vielen Veränderungen. Das sich etwas tun musste, war schon im März klar. Aber was daraus geworden ist war damals noch nicht abzusehen.

Anfang Mai war der 0-Punkt erreicht. Nichts ging mehr.

Und doch war dieser Punkt so wichtig und kam im genau richtigen Moment. Denn 14 Tage später erhielt ich einen Anruf von der Reha-Klinik ob ich nicht spontan am nächsten Tag meine Reha beginnen will. Wäre es mir nicht so schlecht gegangen und von meiner Frauenärztin bereits aus dem Verkehr gezogen worden hätte ich nie JA dazu sagen können.

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19.03.17 Alternative Therapieformen

Klar liest man viel über Krebs und unterstützende Therapien um ein Rezidiv zu vermeiden. Manche machen eine Misteltherapie. Andere verzichten auf alle möglichen Lebensmittel und Kosmetika um hormonell bedingten Krebs ein Schnippchen zu schlagen. Gerade wieder gelesen: „Bei Frauen mit hormonabhängig wachsendem Brustkrebs senkt Sport den Östrogenspiegel in Blut und Gewebe ebenso wie eine medikamentöse antihormonelle Therapie.“ Bingo, das passt und der Plan ist gefasst.

Ich geh wieder radeln!

Als der Radgott das Cyclocross erfunden hat, hat er sicherlich auch an mich gedacht😂. Ich geb‘ es zu, ich bin ein wenig verliebt😍 in mein neustes Velo.

 

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07.03.17 Im hohen Norden

Schweren Herzens habe ich spontan die ITB in Berlin abgesagt. Bin also nur mit nach Hamburg zu einem Meeting und habe dann den Rest der Geschäftsführung alleine nach Berlin ziehen lassen. Das ist mir schon echt schwer gefallen, aber auch das gehört zu meinem Programm wieder mehr Lebensqualität zu bekommen.

Hatte dann noch einen wunderschönen Abend in Hamburg mit meiner Tochter.

Lisi, dass müssen wir öfter machen!

01.03.2017 Tief im Tal

IMG_3148Wow, fast zwei Monate hab ich jetzt mal so richtig in ’nem echt tiefen Loch gesteckt. Habe gar keine Worte gefunden das hier auszudrücken.

Ich war schon fast am Aufgeben mit der Antihormontherapie. Das Tamoxifen hat mich körperlich und seelisch immer mehr zermürbt.

Den ersten Rettungsanker habe ich mit einem Reha-Antrag geworfen. Habe mich dazu entschlossen, weil ich einfach nichts unversucht lassen will mit den Nach- und Nebenwirkungen der Therapien umgehen zu lernen. Jetzt ist abwarten angesagt was die Rentenversicherung dazu sagt.

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