Rückblick 2018

Unter diesem Menüpunkt möchte ich gerne im Laufe der Zeit das für mich bedeutendste und anstrengendste Jahr nach der Krebserkrankung im Jahr 2016 rekapitulieren. In der Lage meinen Blog in dieser Zeit mit Zeilen zu füllen war ich nicht. So wird es also jetzt einen Rückblick geben, welcher hoffentlich denen Zuversicht schenkt die auch gerade denken: Nichts, aber auch wirklich nichts geht mehr.

Ja und irgendwann schien die Sonne auch für mich wieder

Herzlich Willkommen!

Im April 2016 kam urplötzlich ein kurzzeitiger Mitbewohner in mein Leben. Nicht das ich ihn darum gebeten hätte. Aber mir blieb auch nichts anderes übrig als ihn erstmal willkommen zu heißen. Sein Name?

Brustkrebs

Der Gedanke diese neue Lebenserfahrung mit anderen zu teilen kam mir sehr schnell. Derzeit erkrankt eine von acht Frauen im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Pro Jahr wird die Diagnose Mammakarzinom  ca. 70.000 mal gestellt (Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft). Also ein Thema das viele Frauen angeht.

Nach fast zwei Jahren habe ich gemerkt der Krebs ist bedeutend nachhaltiger wie ursprünglich gedacht. Mein anfangs sehnlichster Wunsch ,das altes Leben wiederzubekommen, ging nicht in Erfüllung. Den Weg in meine Zukunft hatte ich immer noch nicht gefunden. Aber die Hoffnung, irgendwann wieder in gaanz ruhiges Fahrwasser zu gelangen, blieb bestehen.

Es ist geschafft. Fast genau drei Jahre nach der Diagnose fühle ich mich in meinem, dann doch, neuen Leben angekommen und wohl. Ich sehe eine Zukunft auf die ich mich wieder freuen kann.

Lasst euch inspirieren.

Elke

19.05.19 Kopf vs. Körper

Heut Nacht von einem Triathlon geträumt. Bin total euphorisch aufgewacht mit dem Gedanken:“ Tschakka das wird dein Tag.“ Erster Fuß aus dem Bett. Ach ja, da war doch was. Komme wie immer wie eine alte Frau aus dem Bett gekrochen. Nach dem morgendlichen Hundespaziergang das Gefühl schon alle Energie für diesen Tag verbraucht zu haben. Und zu wissen, eine Runde auf dem Rad würde doch irgendwie gut tun. Nach einer Runde 🧘‍♀️ mit der Balloon App den inneren Schweinehund überwunden. Die ersten 10 km gegen Schmerz und Müdigkeit angeradelt. Die nächsten 10 mit Genuss in die Pedalen getreten. Die letzten 10 alle Energiereserven gebraucht. Sportlich fit sieht anders aus und doch stellt sich später das Gefühl ein alles richtig gemacht zu haben. Schlussendlich sind Kopf und Körper wieder eine Einheit. Oooooommm 🧘‍♀️

Juni 2018: Erste Schritte zum anderen ICH

Unbewusst wie sehr ich es benötigen würde, hatte ich mich im April 2018 für einen Yogakurs mit Lyn Jantosca angemeldet. Was ich nicht wissen konnte: Wie sehr mir Lyn als Yogalehrerin taugt, wie sehr ich die Meditation beim Yoga genießen kann, wie wenig anstrengende Übungen ich brauche um glücklich aus dem Kurs zu kommen.

Und ein altes Hobby habe ich im letzten Sommer wiederentdeckt. Das Nähen. Anfangs hatte ich nicht die Nerven schwierige Projekte zu meistern. Also fing ich mit Duftsäckchen an. Mittlerweile ist das Nähen so wertvoll wie jede Psychotherapie für mich. Sogar mit eigenem Instagram Profil 🤗

April 2018 Ich will nicht mehr

Es ging…

… es ging irgendwie, aber es ging nicht gut.

Nach der Entfernung meiner Eierstöcke kurz vor Weihnachten 2017 kam ich einfach nicht mehr auf die Beine.

Ich habe das wohl gemerkt und versucht mir bei Hausärztin, Frauenärztin und Psychoonkologin Hilfe zu holen. Verstanden hat mich niemand. Selbst als ich äußerte das ich Suizid Gedanken habe wurde das abgetan. Ein Suizidversuch der vielleicht hätte verhindert werden können, wenn man mir frühzeitig geholfen hätte. So aber war die Verzweiflung über den einfach nicht mehr zu bewältigenden Alltag zu groß für mich.

Noch heute bin ich bestürzt wie wenig sich Ärzte mit der Erkrankung Fatique auskennen und beschäftigen. Ich hätte gerne auf so eine Grenzerfahrung verzichtet.

Das ist doch eigentlich ein Irrsinn. Da wird man von der vermeintlich tödlichen Erkrankung Krebs befreit und ist dann bereit freiwillig auf das Leben zu verzichten. Und das, weil sich keiner meiner behandelnden Ärzte mit den Neben- und Nachwirkungen einer Krebstherapie auseinander gesetzt hat. Hier läuft in der Krebs Nachsorge definitiv etwas falsch.

08.05.19 Schmerz lass nach

Was macht man wenn einen fiese Schmerzen schon seit Tagen im Griff haben und einen auch die wirklich tolle Meditationsapp Balloon nur phasenweise in den Schlaf meditiert (komischerweise ist mein Göttergatte immer nach spätestens 5 min. zuhören tief eingeschlafen😴). und der Tag eigentlich schon am Morgen beim Aufstehen zur Qual wird?

Ich habe es heute mal so probiert

Motte war begeistert mal wieder richtig Gas zu geben und meinen Gebeinen hat es auch gut getan. Jetzt ist halt die Müdigkeit wieder da, aber ich kann einfach nicht mehr alles haben.

05.05.19 Gesundheit… Was ist das eigentlich?

Es geht mir wieder GUT.

GUT geht es mir wieder, seid ich aufgehört habe unbedingt gesundsein zu wollen.

Klingt paradox?

Ist es vielleicht auch.

Statt etwas hinterherzurennen das man vielleicht nicht mehr erreichen kann tut man sich viel leichter wenn man diesen Wettbewerb aufgibt und Zufriedenheit in dem sucht was man hat.

Und wenn man erst einmal dafür sensibilisiert ist, erkennt man, dass dies noch eine Menge ist.

Wie definiert man eigentlich Gesundheit?

Gesundheit wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wie folgt definiert:

„Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen, körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.“

Gesundheit wird also als ein wesentlicher Bestandteil des täglichen Lebens verstanden, jedoch nicht als vorrangiges Lebensziel definiert. So wird erst die Abwesenheit von Gesundheit bewusst wahrgenommen. 

24.04.19 Ein ganzes langes Jahr…

April 2018

Der Einschlag hätte gewaltiger nicht sein können. Nichts geht mehr. Nichts ist von einem auf den anderen Tag mehr so wie es einmal war.

April 2019

Aus einem ganz tiefen Tal den Weg zurück ins Licht gefunden, und dabei erkannt:

#wennichnichtgesundbinkannichtrotzdemzufriedenleben

#wennichnichtmehrarbeitenkannistdasLebenimmernochwertvoll

#wennichmichdergelassenheithingebetrittimmerguteszutage

#wennichetwasloslassekommtganzvielgutesinmeinleben

Ja, ich gebe zu ich bin ein wahrer Spätzünder, was diese Erkenntnisse anbelangt. Und ganz freiwillig habe ich sie auch nicht erworben.

Dankbar bin ich für die therapeutische Unterstützung im letzten Jahr von Medizinern die wirklich verstehen wie es Patienten mit einer chronischen krebsassoziierten Fatique* geht.

Seit April 2018 ist (fast nichts) mehr so wie es einmal war.

Und doch ist mir das Allerwichtigste im Leben erhalten geblieben

  • Die Liebe zu meinem allerliebsten Ehemann
  • Die Liebe zu meinen Kindern
  • Die Liebe zum Allgäu
  • Die Liebe zu unserer kleinen verrückten Motte

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Alles andere habe ich (anfangs mit sehr schwerem Herzen) ziehen lassen.

DIE Chance jetzt, zurück aus dem Tief, ganz neue Möglichkeiten zu ergreifen.

*Fatigue ist eine sehr belastende Erschöpfung infolge von Krebs oder anderen chronischen Erkrankungen. Die Erschöpfung ist durch Ausruhen und Schlaf nicht zu beheben. Sie tritt plötzlich und ohne vorangegangene Anstrengung auf. Fatigue betrifft Körper, Seele und Geist.

10.03.2018 Leidensdruck

Verdammt.

Es tut immer noch weh!

All die sportlichen Highlights die meine Sportkameraden da so im Internet posten.

Eifersucht, Neid, Wut…

Ich würde so verdammt gerne wieder dazu GEHÖREN. Hab’ tatsächlich mit dem Gedanken gespielt endlich mal wieder anzugreifen, am Hörnerlauf beim Allgäu Panorama Marathon teilzunehmen.

STATTDESSEN: kaum genug Energie den Alltag  zu bewältigen und seinem Wahnsinn zu trotzen.

Fast  zwei Jahre nach Diagnose sag ich das allererste Mal:  SCHEISS KREBS!

Ich weiß, Jammern auf hohem Niveau. Geht aber grad nicht anders.

 

 

05.01.18 Alles gut!

Schön wenn man seinen Gefühlen über den Weg trauen kann…

…und doch spüre ich meine Anspannung deutlich als ich den Anruf bekomme mit dem histologischen Befund.

Alles gutartig – was da noch kurz vor Weihnachten aus mir rausgeschnippelt wurde. „Nur“ die Nebenwirkungen der Antihormontherapie.

Yippie🎉

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